»Wir wollen im deutschen Markt wachsen«: Mit Hannspree ist wieder zu rechnen

In letzter Zeit war es in Deutschland etwas ruhig um Hannspree geworden. Das will das Unternehmen künftig ändern und baut zu diesem Zweck das Produktportfolio massiv aus.

Frank Seelheim, Sales Manager bei Hannspree Europa (Foto: Hannspree)

Hannspree gehört nicht zu den größten Playern im deutschen Monitor-Markt. In jüngster Vergangenheit war es hierzulande aber selbst für diese Größenordnung erstaunlich ruhig um das taiwanesische Unternehmen mit deutscher Niederlassung. »Letztes Jahr hatten wir hier noch viel zu wenig«, erklärt Hannspree-Sales Manager Frank Seelheim in Hinblick auf einige Lücken im Produktportfolio. Diesen Missstand will der Hersteller jetzt mit einem Schlag beheben und das Sortiment im Laufe des Jahres um rund ein Drittel ausbauen. Besonders das High End-Segment bekommt mit 4K-, 2K- und Design-Modellen Zuwachs. Aber auch die eigene Tablet-Reihe wird in den kommenden Monaten um einige Produkte erweitert. Das Portfolio ist der erste Schritt, das Marketing der zweite. Hier hat Hannspree ebenfalls investiert und erhofft sich einen stärkeren Bekanntheitsgrad unter deutschen Käufern. »Die Brand-Awareness ist noch ausbaufähig«, räumt Seelheim gegenüber CRN ein. Nicht zuletzt aus diesem Grund soll die Marke »Hanns.G« über kurz oder lang verschwinden, damit es im Markt nicht zu Verwirrungen kommt.

Einer der wichtigsten Bausteine in der hiesigen Wachstumsstrategie des Herstellers ist aber die verstärkte Unterstützung des Handels. Hannspree vertreibt hierzulande zu 100 Prozent indirekt und möchte neue Anreize für die Reseller schaffen. Dazu zählt beispielsweise das Incentive-Programm »Touching the Stars«, das auf steigende Herausforderungen mit entsprechend attraktiver werdenden Gewinnen aus dem Star Wars-Universum setzt. Weitere Aktionen sollen folgen.

Stärkerer B-2-B-Fokus

Der Fachhandel hat bei Hannspree mit rund 80 Prozent Anteil am Vertrieb einen starken Stand und Seelheim will ihn »auf keinen Fall vergessen«, aber auch das Business-Geschäft gewinnt an Reiz. Hier will sich der Anbieter mit neuen Modellen stärker etablieren, um Systemhaus-Partnern mehr und größere Projekte zu ermöglichen. Zwar hat Hannspree für diese anstehenden Aufgaben das Vertriebsteam Anfang des Jahres um Markus Wey erweitert, Lead-Generierung steht jedoch nicht auf der Agenda. Der Hersteller verlässt sich auf das zweistufige Vertriebsmodell mit seinen sechs Distributoren und plant, zumindest in absehbarer Zeit, kein Partnerprogramm einzuführen. Ein Platz unter den Top 10 soll es mit der neuen Strategie werden. »Eine Platzierung unter den größten fünf ist aber eher unrealistisch«, erklärt Seelheim. Hier verfügen Anbieter wie Dell, HP und Samsung, aber auch Benq oder LG laut dem Sales Manager über eine ganz andere Basis. ­Dennoch hätte auch Hannspree klare Vorteile gegenüber diesen Wettbewerbern. Das seien beispielsweise die Display-Fertigung der eigenen Muttergesellschaft Hannstar sowie die hohe Flexi-bilität des vergleichsweise kleinen Unternehmens. Diese Allein- stellungsmerkmale zusammengerechnet sollen, so Seelheim, letztendlich zu einem klaren Ergebnis führen: »Wir wollen im deutschen Markt wieder wachsen.«