Führungswechsel: HP-Chef Weisler kündigt Rücktritt an

Wegen familiärer Probleme will HP-Chef Dion Weisler in seine australische Heimat zurückkehren und kündigt seinen Rücktritt als CEO an. Nachfolger an der Unternehmensspitze wird Enrique Lores.

Der scheidende HP-Chef Dion Weisler vor der berühmten Garage, in der Bill Hewlett und David Packard das Unternehmen gründeten
(Foto: HP)

Dion Weisler, Präsident und CEO von HP, hat zum 1. November 2019 seinen Rücktritt angekündigt. Sein Nachfolger wird mit Enrique Lores der bisherige Präsident des Geschäftsbereichs Imaging, Printing and Solutions.

Grund für den überraschenden Rückzug des CEOs von der Unternehmensspitze sind gesundheitliche Probleme innerhalb der Familie, derentwegen Weisler in seine australische Heimat zurückkehren möchte. Er wird allerdings noch bis Januar 2020 im Unternehmen sein, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen, und verbleibt zunächst auch im Board of Directors des Herstellers.

Die Tätigkeit als CEO von HP sei der Höhepunkt seiner Karriere, sagt Weisler, der Anfang 2012 ins Unternehmen kam und es nach der Trennung von HPE leitete. Seitdem sei der Jahresumsatz um 7 Milliarden Dollar gewachsen, so der Hersteller.

Mit Lores übernimmt nun zum November ein langjähriger Top-Manager von HP den Chefposten. Der Spanier startete vor 30 Jahren als Praktikant im Unternehmen und arbeitete sich die Karriereleiter hoch. Während des Unternehmenssplits leitete er das Separation Management Office. Er sei einer der Architekten einer der größten und komplexesten Unternehmensaufspaltungen der Geschichte gewesen und habe anschließend die Organisation von HP vereinfacht und die Kostenstruktur verbessert, heißt es in der Mitteilung zum Führungswechsel.

Über die vergangenen Monate unternahm Lores mit dem HP-Board bereits eine »globale Prüfung der Unternehmensstrategie und des Geschäftsmodells, mit dem Schwerpunkt, operative Abläufe zu vereinfachen, Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und die Kostenstruktur signifikant zu verbessern«. Details dazu sollen Anfang Oktober bekanntgegeben werden. »Die vor uns liegenden Chancen sind riesig und die Notwendigkeit, uns immer wieder neu zu erfinden, wichtiger denn je«, erklärt Lores.

Diese Einschätzung scheinen die aktuellen Quartalszahlen zu bestätigen. So konnte HP seinen Umsatz nur um 0,1 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar steigern. Während die PC-Sparte mit einem Plus von 3 Prozent gut dastand, weil sich insbesondere Desktop-Rechner gut verkauften, schrumpfte die Printing-Sparte um 5 Prozent.