Intershop mit neuer Wachstumsstrategie: Ein E-Commerce-Pionier attackiert

Einer der Vorreiter des E-Commerce greift im Markt neu an. Intershop aus Jena investiert viel, um im internationalen Umfeld mehr Kunden zu gewinnen und um seine Lizenzeinnahmen zu steigern.

Unter Vorstandssprecher Jochen Moll will Intershop wieder zu alter Stärke finden (Bild: Intershop)

Schon 1994 wurde auf der CeBIT der erste funktionierende Webshop vorgestellt – und der kam aus Deutschland. Intershop aus Jena hatte das System entwickelt und gleich zu Beginn Größen wie Otto und HP als strategische Partner gewonnen. Damit begann der Aufstieg des E-Commerce-Dienstleisters, der das Unternehmen im Jahr 2000 sogar an die New Yorker Börse bringen sollte. In diesem Moment beschäftigte das Unternehmen rund 1200 Mitarbeiter. Mit dem Platzen der Dotcom-Blase fiel auch Intershop an der Börse in Ungnade. Die Aktie fiel von rund 2.100 Euro im Jahr 200 auf ein Allzeittief von 0,88 Euro Ende 2005.

Seitdem kämpft sich Intershop wieder zurück, beschäftigt aktuell 550 Mitarbeiter. Die Aktie des Dienstleisters liegt aktuell knapp unter der Zwei-Euro-Grenze.

Mit dem Wandel des Kundenverhaltens auch im virtuellen Lebensbereich sieht das Unternehmen seine Chance, im hart umkämpften E-Commerce-Markt neue Marktanteile zu gewinnen. »Wir wollen Content und Commerce zusammenbringen«, so Jörg Springer, Marketing-Chef bei Intershop. Deshalb arbeitet das Unternehmen ab sofort eng mit Adobe zusammen. Auf dem diesjährigen Adobe Summit präsentierte Intershop die Integration seiner E-Commerce-Plattform in den »Adobe Experience Manager«. Udo Rauch, Channel-Verantwortlicher bei Intershop, stellt die Bedeutung der Kooperation mit Adobe im Gespräch mit CRN heraus: »Adobe ist eines der führenden Unternehmen, wenn es heißt, Content zur Verfügung zu stellen, wir liefern als Experten den Commerce dazu«. Die Zusammenarbeit mit Adobe ist exemplarisch für das Konzept, mit dem Intershop versucht, das Omnichannel-Konzept für seine Kunden umzusetzen. Statt alle Aspekte selbst zu entwickeln, setzt Intershop auf starke Partner. »Wir fahren in dieser Hinsicht voll den Best of Breed-Ansatz. Wir machen das, worin wir am besten sind und unsere Partner bringen ihre Expertise mit ein«, so Rauch.

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