Kommentar: Notebooksbilliger oder geht-es-noch-verplanter.de?

Einst war Online-Primus Notebooksbilliger.de damit zufrieden, jedes Quartal mit neuen Wachstumsrekorden aufzutrumpfen. Doch nun tritt der Etailer, der sich auch bereits im stationären Handel versucht, mit einer Eigenmarke in die Fußstapfen von Siegbert Wortmann – und läuft dabei Gefahr, sich zu verzetteln.

Auf den Spuren von Siegbert Wortmann: Notebooksbilliger.de-Chef Arnd von Wedemeyer

Es war einmal ein junger Unternehmer aus der Nähe von Hannover. Frühzeitig setzte er auf das Internet als Vertriebskanal, vertraute konsequent auf die Zugkraft einer attraktiven Preisgestaltung, brachte das in einem einprägsamen Firmennamen auf den Punkt und hatte damit bei den Kunden großen Erfolg. Die Rede ist natürlich von Notebooksbilliger.de und Arnd von Wedemeyer, über den auch CRN in den letzten Jahren regelmäßig berichtete. Nicht jeder Leser freute sich darüber und zunehmend äußerten Händler ihren Ärger über die Konkurrenz aus dem Internet und die dort üblichen »Schweinepreise«. Doch auch wenn es sich durchaus lohnt, kritisch über die Art und Weise nachzudenken, wie die Etailer den Channel verändert haben: Letztlich beweist der Erfolg von Wedemeyer, dass hier jemand richtig auf ein bestehendes Kundenbedürfnis eingegangen ist.

Allerdings wachsen auch im Etail-Kanal die Bäume nicht unbegrenzt in die Höhe. Während Notebooksbilliger.de lange Zeit stolz zweistellige Wachstumsraten präsentierte, wurde es hier in letzter Zeit stiller. Stattdessen sorgt das Unternehmen zunehmend mit überraschenden Nachrichten für Aufsehen, wie vor allem die vergangene Woche exemplarisch zeigt: Zuerst verließ der vom Nürnberger Systemhaus IT Works zu Notebooksbilliger.de gewechselte Ronny Steinhagen das Unternehmen nach nicht einmal drei Monaten wieder. Am Montag kündigte der Etailer per Facebook den Start einer PC-Eigenmarke an. Am Dienstag berichtete die Financial Times, Notebooksbilliger.de beabsichtige bis zum Jahresende vier neue Ladengeschäften zu eröffnen. Und am Donnerstag verkündete Firmenchef Wedemeyer schließlich im Berliner Tagesspiegel, dass für die kommende Eigenmarke sogar eine eigene Fertigung am Unternehmensstandort in Sarstedt geplant sei.

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