Chef von Leo-Computer dementiert Zahlungsschwierigkeiten: Duffners Ausstieg bei Leo zum ungünstigen Zeitpunkt

Es hätte keinen schlechteren Zeitpunkt geben können: Branchenkenner sprechen von Zahlungsschwierigkeiten bei Leo, und Torsten Duffner verlässt den PC-Fertiger nach 16 Jahren.

Torsten Duffner, Geschäftsführer und Minderheitsgesellschafter beim PC-Fertiger Leo aus Appenweier steigt nach 16 Jahren bei Leo aus. Vertriebsleiter Rico Siefermann wird sein Nachfolger. Zu den Gründen wollte sich Duffner nicht äußern. Wie CRN aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hat, will Duffner auch seine Minderheitsbeteiligung an Leo veräußern. »Das kommentiere ich nicht«, sagte Duffner im Gespräch mit CRN. Das Unternehmen Leo ist über gemeinsame Gesellschafter eng mit dem ebenfalls in Appenweier ansässigen Systemhaus Leitwerk verbunden.

Einen Zusammenhang zwischen den derzeit in der Branche kursierenden Gerüchten über Zahlungsschwierigkeiten bei Leo und Duffners Rückzug will der Manager so nicht sehen. Fakt ist aber, dass Leo einige seiner Lieferanten um eine Verlängerung des Zahlungsziels gebeten hat. »Ein normaler geschäftlicher Vorgang«, sagt Duffner. Es gäbe keine Zahlungsschwierigkeiten. Hintergrund ist eine wenig erfolgreiche Verkaufsaktion für den Kunden Norma. Leo hatte an den Discounter 4.000 PCs im Volumen von 2,7 Millionen Euro geliefert, verkauft wurden aber nur 1.200 Geräte. »Die PCs werden jetzt im Rahmen eines Re-Marketings abgesetzt«, ist Duffner optimistisch. Da zum Ende Juni gleichzeitig Aldi und Lidl PC-Aktionen gehabt haben, sei der 30. Juni für solche Aktionen »ein ganz schlechter Tag« gewesen, so Duffner.

Außerdem würden auch Reseller bei Leo gelegentlich um einen Aufschub vereinbarter Zahlungsziele bitten, insbesondere solche Reseller, die an Behörden liefern, die sich über Gebühr Zeit für die Begleichung von Rechnungen lassen. Ein ganz normaler Vorgang, also?