Konkurrenz durch direktes Geschäft: So verkaufen Systemhäuser Cloud-Speicher

Online-Speicher werden auch in Unternehmen beliebter. Sicherheitsbedenken verhindern allerdings den endgültigen Durchbruch. Systemhäuser müssen sich in dem Markt gegen starkes Direktgeschäft durchsetzen.

Sicherheit im Fokus

Claire Galbois-Alcaix, Senior Marketing Manager bei Mozy, Foto: Mozy

Nichtsdestotrotz stehen Sicherheitsbedenken dem endgültigen Siegeszug von Online-Speichern weiterhin im Weg. »Bei kleinen und mittleren Unternehmen beobachten wir, dass die Skepsis gegenüber diesen Diensten zugenommen hat. Die Unternehmen sind zwar durchaus interessiert, weil sie sehen, dass sie mit den Cloud-Diensten ihre Datensicherung enorm verbessern können, aber sie sind vorsichtiger geworden«, sagt Norman-Geschäftsführer Stefan Angerer.

»Das Vertrauen in die Cloud ist nicht gefestigt. Sorgen um Spähattacken, Sicherheit, Datenschutz und Kontrollverlust hindern Unternehmen daran, umfassend auf die Cloud zu setzen«, hat auch Matthias Frühauf, Sales Engineer Manager Central EMEA beim Virtualisierungsspezialisten Veeam, festgestellt. Die Sicherheit des Dienstes und die Vertrauenswürdigkeit des Anbieters spielen als Entscheidungskriterium deswegen oft eine wichtigere Rolle als einzelnen Funktionen oder die Kosten pro Gigabyte.

Ein zentraler Punkt bei der Einführung von Cloud-Storage-Angeboten ist die Frage nach dem Datenzugriff. Anbieter, die das Backend von Amazon S3 oder Google Drive nutzen, bieten etwa keine Verschlüsselung, die Unternehmensstandards entspricht. »Für Unternehmen ist da der Blick ins Kleingedruckte der AGBs unerlässlich«, rät Computacenter-Manager Ulf Schade. Mindeststandard sollte für Unternehmen der verschlüsselte Übertragungsweg über VPN oder SSL sein. Erhöht wird die Sicherheit, wenn die Daten auch bei der Speicherung auf den Backend-Servern verschlüsselt werden.

Entscheidend ist für viele Unternehmen auch die Frage nach dem Standort des Rechenzentrums, in dem die Daten gespeichert werden. Der IDC-Studie »Mobile Content Management in Deutschland 2014« zufolge fordern 43 Prozent der befragten Unternehmen ein Rechenzentrum in Deutschland, für weitere 37 Prozent ist es wichtig, dass ihre Daten zumindest in Europa gespeichert werden.

»Viele Unternehmen fürchten die Speicherung ihrer Daten im Ausland, wo möglicherweise gegen Gesetze und Bestimmungen zur lokalen Datensicherung verstoßen werden könnte, ohne dass sie darüber informiert sind«, weiß Veeam-Manager Frühauf. »Verglichen mit anderen Ländern legen deutsche Unternehmen besonders großen Wert darauf, dass ihre Daten in Deutschland oder wenigstens in der EU bleiben«, bestätigt auch Claire Galbois-Alcaix, Senior Marketing Manager beim Online-Speicher-Dienst Mozy, der seit 2007 zu EMC gehört.