Internet der Dinge: Kampf um die Deutungshoheit

Software-Riese Microsoft will zusammen mit anderen Unternehmen eigene Standards für das Internet der Dinge entwickeln – aber die Konkurrenz schläft nicht.

Der Kampf um die Deutungshoheit des Internet der Dinge hat begonnen. (Foto: rangizzz - fotolia.de)
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Zahlreiche namhafte Technologie-Unternehmen, wie beispielsweise LG, TP-Link und Panasonic sind bereits dabei. Jetzt will auch Microsoft ein wichtiges Wort bei der Entwicklung von Standards für das Internet der Dinge (IoT) mitreden und ist der »AllSeen Alliance« beigetreten.

Welch großes Potential in dem Internet der Dinge steckt, verdeutlichte eine Studie von Gartner. Darin prognostiziert das Marktforschungsunternehmen der globalen Wirtschaft einen Zuwachs von 1,9 Trillionen US Dollar durch das IoT. Bisher sind jedoch viele der heute hergestellten Produkte nicht miteinander kompatibel, was die Idee des IoT, das alle Geräte miteinander kommunizieren, konterkariert. Jeder versucht auf irgendeine Weise sein eigenes Süppchen zu kochen.

Die von Chiphersteller Qualcomm ins Leben gerufene »AllSeen Alliance« hat sich auf die Fahne geschrieben mit Hilfe eines offenen Software-Frameworks ein universelles Internet der Dinge zu ermöglichen. Das Framework basiert ursprünglich auf dem Open Source Projekt »AllJoyn« und soll durch Beiträge der Mitgliedsunternehmen und einer Open Source Community weiter ergänzt werden. Der »Open Source«-Code soll bei zukünftig entwickelten Devices und Services benutzt werden und so ermöglichen sich miteinander zu verbinden. Und das unabhängig von der Marke, Verbindungsart, Plattform oder dem Betriebssystem des Produkts. Damit soll eine möglichst große Kompatibilität bei der Kommunikation unter den Endgeräten miteinander geschaffen werden.

Die Unternehmen der Allianz erhoffen sich, durch die schnelle Erschaffung eines Standards auf dem vielversprechenden Markt der Internet der Dinge expandieren zu können. Durch die freie Benutzung von AllJoyn erhoffen sich Qualcomm und Co., dass die Einführung und Produktion von kompatiblen Devices stark angekurbelt wird.

Andere Chiphersteller haben bereits angekündigt, selber ein Konsortium zur Entwicklung von eigenen Standards zu gründen, wie Reuters aus Insider-Informationen wissen will. Auch Google und Apple wollen natürlich einen Teil vom Kuchen abhaben. Während Apple seit je her genau darauf achtet, welche Geräte mit seinen Produkten kompatibel sind, plant Google mit seinen auf der I/O angekündigten Android-Plattformen und Kooperationen mit diversen Herstellern ein eigenes IoT-Universum. Die Big Player der Tech-Branche bringen sich in Stellung, um einen möglichst großes Stück vom Kuchen abzubekommen, ehe er verteilt ist. Der Kampf um die Deutungshoheit des Internet der Dinge hat begonnen.