Internet der Dinge: Jeden Tag ein anderer Standard

Viele Firmen schließen sich zu Allianzen zusammen, um dem Internet der Dinge ihren Stempel aufzudrücken. Doch nach welchen Standards sollen Milliarden Devices miteinander kommunizieren?

Irritierte Kunden

Die Entwicklung eines Standards ist auf jeden Fall eine sinnvolle Idee. Durch diese ist es den Herstellern möglich, Devices zu entwickeln, die auf intelligente, verlässliche und sichere Weise miteinander kommunizieren können. Das Internet der Dinge wird somit erst richtig umsetzbar. »Die Größe und der ultimative Erfolg des Internets der Dinge hängt von der Fähigkeit der Geräte und Systeme ab, sicher und zuverlässig miteinander kommunizieren und Informationen austauschen zu können«, meint Doug Fisher, Vizepräsident der Intel Kooperation und General Manager der Software und Service Gruppe, in einem Statement.

Doch wenn Konkurrenten damit beginnen, ihre eigenen Allianzen zu schließen, um ihre eigenen Standards durchzusetzen, wird am Ende jedoch der Endkunde der Leidtragende sein. Bestes Beispiel ist ein Blick auf den Konkurrenzkampf zwischen Apple und Google. Während Apple schon seit jeher einen goldenen Käfig für seine Kunden geschaffen hat, hat Google erst jetzt so richtig mit den neuen Veröffentlichungen auf der jüngsten Entwicklungskonferenz I/O mit Android L, Android Auto und Android Watch einen großen Schritt in die Richtung angekündigt. Der Endnutzer soll in einer Android-Umgebung an das Unternehmen fest gebunden werden.

Auch hier werden – beispielsweise im Rahmen von Android Auto – Allianzen mit Autoherstellern geschmiedet, um dann seine Produkte mit den Fahrzeugen kompatibel zu wissen. Der Konkurrent ist dann bereits ab Werk ausgeschlossen. Der Kunde muss sich fragen, ob er das auch wirklich will und wo die Vorteile liegen. Er wird in allen Bereichen an das Unternehmen gebunden, die Kooperationspartner profitieren gleich mit. Denn was nützt einem das Internet der Dinge im eigenen »smart Home«, wenn nicht alle Geräte miteinander kommunizieren können.

Bei Qualcomm war man über die Ankündigung von Intel irritiert. Gegenüber »Bloom-
berg News« erklärte Senior Vizepräsident Rob Chandhok: »Ich verstehe nicht, dass wir das nicht innerhalb der bestehenden Allianz und des Frameworks lösen konnten, sondern im Gegenteil sagen, wir haben einen komplett anderen Ansatz und Fragmentierung des Marktes.« Für Chandhok ist dies ein klarer Nachteil für das Geschäft und den Kunden. Gleichzeitigt lässt Qualcomm aber eine Tür für den Konkurrenten offen: Denn der Chiphersteller aus San Diego sieht in einem gemeinsamen Austausch mit Intel nur Vorteile. Letztendlich würde ein einheitlicher Standard bei den Entwicklern und auch bei den Kunden für Klarheit sorgen und vieles einfacher machen.

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