Digitalisierung im Praxistest: Das Internet of Things ist kein Neuland

Vor allem dem Industriestandort Deutschland wird nachgesagt, er hinke bei der Digitalisierung hinterher. Die Praxis zeigt jedoch: Ganz so schlimm ist es nicht.

Sven Walther von Bühler Motor
(Foto: CRN)

Die Digitalisierung findet überall statt – nur nicht in Deutschland. Diese These stellte Jens Böcker in seiner Eröffnungsrede zum Innovation Day von Level 3 Communications auf. Der Professor für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt neue Technologien sieht hierzulande noch großen Handlungsbedarf, vor allem mit Blick auf andere Länder. »Während Deutschland zögert, fahren in Dänemark autonome Züge und die Schweden zahlen bargeldlos«, provozierte Böcker die Teilnehmer.

Dass es um die Digitalisierung hierzulande nicht ganz so schlecht bestellt ist, zeigte dagegen Sven Walther auf, IT Manager bei Bühler Motor. Der Nürnberger Hersteller von mechatronischen Antriebslösungen hat sich seit der Gründung 1855 als Uhrenmanufaktur immer wieder auf die Anforderungen im Markt neu ausrichten müssen. Mittlerweile hat das Unternehmen seine Produktionsprozesse zunehmend automatisiert und digitalisiert. »Mit der Auslagerung von Daten und Diensten in die Cloud, haben wir Ressourcen in der IT freibekommen «, erklärt Walther. Statt alle Kraft in den laufenden IT-Betrieb zu stecken, kann das Unternehmen nun die Digitalisierung weiter vorantreiben. Beispielsweise soll bei Bühler Motor das Thema Private Cloud weiter forciert werden. Für eine erfolgreiche Umsetzung kommt es dem IT-Manager nicht nur darauf an, die Daten zu sammeln, sondern auch auszuwerten und sinnvoll zu verwenden. »Hier brauchen wir in Zukunft neue Jobmodelle«.

Die Digitalisierung bezeichnet Walther als fließenden Prozess. Schließlich sei weder Smart Factory, Smart Production, Smart Operations oder Smart Services Neuland für die Nürnberger. Lediglich die Entwicklung ist unterschiedlich weit fortgeschritten. Einen Nachteil hat der steigende Digitalisierungsgrad jedoch: Während in der Vergangenheit bei einem Netzausfall die Produktion erst nach einem Tag still stand, beträgt das Zeitfenster heute nur noch maximal 1,5 Stunden.
Welche Rolle die sogenannte eSim beim Internet of Things spielen kann, stellte Volker Gerstenberger, Leiter Produkt und Solution Marketing von Giesecke und Devrient, vor.

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