Also Holding legt Jahresbilanz 2018 vor: »Schreiben Sie, wir haben in die Zukunft investiert«

Auch einem Gewinnrückgang kann Also-CEO Gustavo Möller-Hergt etwas Positives abgewinnen. Er sieht keine Strategieabkehr, den Broadliner zu einem IT-Full-Service-Provider für den Channel auszubauen, im Gegenteil: Zukunftssicherung eines Broadliners, der auf die cloudifizierte ITK-Welt der flexiblen IT-Bereitstellung reagiert.

»Die Firma hat überperformt, die Mannschaft hat einen guten Job gemacht«, lobt Also-CEO Möller-Hergt die Belegschaft.
(Foto: CRN)

Er sei »ein Weltmeister« darin, »das Positive hinzuzufügen und das Negative wegzutragen«, sagte einmal Systemhaus-Gründer Heribert Fritz im CRN-Interview, als er vom Überlebenskampf der damaligen Fritz & Macziol (der heutigen Axians) berichtete. Einen solchen Kampf muss ein anderes Unternehmen aus der IT-Branche, der Broadliner Also, freilich nicht führen. Der Nettogewinn 2018 beträgt schließlich 81,2 Millionen Euro, aber: Der Konzernüberschuss ist zum Vorjahr um mehr als zwölf Prozent von zuvor 92,5 Millionen Euro gesunken.

Was schwarz auf weiß im Geschäftsbericht nicht zu leugnen ist, kann man vor Journalisten relativieren und ins Positive zu wenden versuchen. Und darin steht Also-CEO Gustavo Möller-Hergt der Weltmeisterschaft eines Heribert Fritz in nichts nach. »Schreiben Sie, wir haben in die Zukunft investiert«, entgegnet der Also-Chef auf Nachfrage – gewohnt humorvoll, gewiss, aber nicht ohne ein gewisses Kalkül. Sinkende Kennzahlen stellt Möller-Hergt nur dann in den Vordergrund, wenn es sich um Kosten handelt. Für Personal zum Beispiel.

Zunächst aber kosten Entlassungen Geld. 335 Mitarbeiter sind 2018 bei Also ausgeschieden, durch Übernahmen sind wiederrum 193 Angestellte neu hinzugekommen. In Summe sank 2018 die Zahl der Mitarbeiter im Konzern auf 3.728 Angestellte, dazu zählen auch Entlassungen durch die letztes Jahr eingeleitete Umstrukturierung, für die der Konzern 8,8 Millionen Euro zurückstellen musste. Sie drückten den Konzerngewinn ebenso wie Währungseffekte von 0,9 Millionen Euro. Rechnet man diese Einmaleffekte sowie Abschreibungen heraus, habe Also das Ebitda gegenüber 2017 um sechs Prozent auf 162,4 Millionen Euro gesteigert.

»Die Firma hat überperformt, die Mannschaft hat einen guten Job gemacht«, lobt Möller-Hergt und liefert auch die Begründung, warum der Personaleinschnitt nichts mit reiner Kostensenkungsmaßnahme zu tun habe: »Die Strukturoptimierung ist keine Opex-Reaktion, sondern der technologisch getriebenen Veränderung unseres Marktes geschuldet«.

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Kommentare (3) Alle Kommentare

Antwort von Markus , 17:30 Uhr

Ich denke die Brisanz des Themas Digitale Transformation ist Jedem in der IT bewußt. Zwingend notwendig ist das alle Parteien Hersteller, Distributoren und Systemhäuser hier zusammen arbeiten um manuelle Prozesse abzuschaffen. Die entsprechende Freiräume können die Mitarbeiter nutzen um sich entsprechend weiterzuentwickeln um das gewünschte Highpotential zu erreichen. Die Ressource Mensch ist zwingend notwendig um Geschäfte und Mehrwerte zu generieren( das kann bis jetzt noch kein Marketplace).Dafür ist das Miteinbeziehen der betroffenen Mitarbeiter in die Entwicklung der standardisierten Prozesse notwendig sowie eine verbindliche innerbetriebliche Kommunikation. Wenn dieses in einigen Unternehmen von der Geschäftsführung und Unternehmensberatern beachtet würde könnte man viel Ärger aus dem Wege gehen. Ansonsten haben wir es bald nur noch mit 9 to 5 Workern zu tun, egal in welchen europäischen Land.

Das bringt kein Unternehmer weiter..

Antwort von Dennis , 06:55 Uhr

Guten Morgen,

wenn ich diese. Artikel lese kommt mir wirklich der Brechzeiz. Da wird ein hochmotiviertes Team was auf der ersten Seite noch gelobt wird dann auf der zweiten Seite des Artikel mit Ankündigung wegrationalisiert.

Werter Herr Professor, wer macht denn die Geschäfte eines Handelsunternehmes und wer steht dem Kunden am Telefon oder auf einer CTV Rede und Antwort? Das sind sicher nicht die wenigen Highperformer, oder?

Neue und hochqualifizierte Mitarbeiter findet man sicher nicht mit 25 Tagen Jahresurlaub und ein nem Fliegenschiss als Gehalt.

Es ist wirklich schade, denn so langsam wird das Unternehmen kaputtrationalisiert und daran tragen Sie, Herr Professor eine nicht unerhebliche Mitschuld.

Hochachtungsvoll,

ein weiterer Low Performer

Antwort von Low Potential , 21:11 Uhr

Lieber Gustavo, warum so unhöflich? Du bezeichnest mal eben pauschal alle PM's und Salies öffentlich als Lowpotentials. Das ist eine echte Beleidigung, ein Schlag ins Gesicht! Was machst Du denn, wenn wir "Lowpotentials" alle mal unsere gelbe Westen anziehen und die Arbeit niederlegen? Dann bricht eine ganze Säule deiner MORE Strategie mal eben weg. Welcher junge wilde Highpotential hat sich denn z.B. ausgedacht, dass unsere Artikel nun von Kollegen in "einem Land mit günstigem Lohnniveau" angelegt werden, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind? Unsere Artikelqualität war schon mal besser. Unsere Stimmung auch. Naja, nach Bärbel Schmidt gab es in der Geschäftsführung halt keine Highpotentials mehr im Bezug auf Sozialkompetenz.