Alibaba-Gründer Jack Ma zieht sich zurück: Abtritt als Rockstar

An seinem 55. Geburtstag tritt Alibaba-Gründer Jack Ma zurück - auf der Jubiläumsfeier seines Unternehmens. Den Chefposten übernimmt wie geplant Daniel Zhang.

Alibaba-Gründer Jack Ma auf der Feier zum 20. Geburtstag des Unternehmens
(Foto: Alibaba)

Ein Stadion gefüllt mit 60.000 Mitarbeitern und der scheidende Chef in Lederjacke und mit Gitarre auf der Bühne – man kann auch unauffälliger abtreten als Jack Ma, Gründer und bislang der Mann an der Spitze von Alibaba. Der chinesische Online-Riese wurde dieser Tage 20 Jahre alt und die Jubiläumsfeier auf den 55. Geburtstag von Ma gelegt, der an diesem Tage als Chairman zurücktrat und die Geschäfte wie geplant seinem Nachfolger Daniel Zhang übergab. Zhang, der bereits seit einigen Jahren als CEO das Tagesgeschäft verantwortete, führt nun das größte börsennotierte Unternehmen des Landes.

Der Abtritt als Rockstar passt zu Ma, der auf Firmenfeiern auch schon als Michael Jackson oder Lady Gaga erschien, und der mit seinem Charisma und seinem Humor dem Bild des drögen chinesischen Geschäftsmannes widersprach. Dass Ma einmal ein Vorzeigeunternehmen wie Alibaba aufbauen würde, war in den ersten Jahren seines Berufslebens nicht zu erahnen: Er fiel durch mehrere Uni-Aufnahmeprüfungen, arbeitete zeitweise als Lehrer und scheiterte mit zahlreichen Bewerbungen – als einziger von 24 Kandidaten sei er von KFC abgelehnt worden, alle anderen bekamen einen Job, berichtete er einmal.

Nach einem Besuch in den USA gründete er schließlich Alibaba und stieg zu einem der reichsten Männer der Welt auf. »Es gibt viele Orte, die ich besuchen möchte, während ich mich auch mehr um Bildung, Umweltschutz und das Gemeinwohl kümmern will«, erklärte Ma in seiner Abschiedsrede. »Nach dem heutigen Tag werde ich ein neues Kapitel in meinem Leben beginnen. Als Mensch, der das Leben liebt, will ich mich nicht in so jungen Jahren zur Ruhe setzen und den Spielplatz verlassen. Ich will einfach in ein anderes Universum wechseln, um Spaß zu haben.«