Halbwissen und Hektik: Wenn Anwender Daten verlieren

Selbst verschuldet: Immerhin ein Viertel der Datenverlustfälle entsteht durch Anwenderfehler. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von CBL Datenrettung. Für manche der Fehler sind dabei besonders routinierte Privatanwender und IT-Profis anfällig.

USB-Stick abgezogen, Daten weg: Wer USB-Datenträger ohne vorheriges Trennen vom Betriebssystem entfernt, riskiert Datenverlust (Foto: fotokalle - Fotolia.com).

Das Unternehmen hat die »beliebtesten« Fehler aufgelistet, die zu Datenverlust führen:

1. Abziehen von USB-Datenträgern ohne vorheriges Trennen im Betriebssystem. Dabei kann die Partitionstabelle des Datenträgers zerstört werden. Auch Firmware-Probleme treten in diesem Zusammenhang auf.

2. Versehentliches Löschen oder Formatieren der falschen Festplatte bei mehreren im Rechner verbauten oder angeschlossenen.

3. Verschieben von Daten zwischen Datenträgern, zum Beispiel Kamerakarten oder USB-Sticks, mit dem Ausschneiden-Befehl statt mit dem Kopierbefehl. Beim Ausschneiden sind die Daten nur noch im flüchtigen Arbeitsspeicher und jede Störung oder andere Aktivität kann die Daten löschen.

4. Überschreiben von Daten durch den falschen Gebrauch von Windows Recovery DVDs, die den Rechner in den Auslieferungszustand zurückversetzen und keine Rücksicht auf Nutzerdaten nehmen.

5. Falscher Wiederaufbau eines RAIDs durch Verwechslung von Festplatten.

»Während Verwechslungen und das versehentliche Löschen jedem Anwender passieren können, sind für einige Fehler besonders sogenannte Power-User und Profis anfällig – etwa in den komplexen Bereichen der Virtualisierung oder der RAID-Systeme«, sagt Gerlinde Wolf, Channel-Managerin bei CBL Datenrettung. Besonders ärgerlich sei es, wenn durch unsachgemäße Maßnahmen – wie etwa den Gebrauch von Datenrettungssoftware bei Hardware-Schäden – die eigentlich guten Chancen auf Wiederherstellung zunichte gemacht würden. »Unsere Partner schicken uns praktisch täglich solche Fälle, bei denen der Kunde aus falscher Sparsamkeit und der Überschätzung der eigenen IT-Kenntnisse Datenverluste durch Pfusch verschlimmert hat«, so Wolf. In diesem Zusammenhang verweist die Channel-Managerin nochmals darauf, dass sich die Chancen und Kosten für eine Datenrettung schon im Vorfeld durch eine kostenlose Diagnose klären lassen.