Support-Ende für Microsoft Forefront TMG: Forefront-Ablöse als Chance für den Channel

Der Extended Support für das von Microsoft abgekündigte Forefront Threat Management Gateway läuft zwar noch eine Weile, doch da der Mainstream Support vor kurzem endete, rückt das Thema bei vielen Kunden auf die Agenda.

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Vor drei Jahren kündigte Microsoft überraschend an, seine Firewall-Produkte der Forefront-Reihe einzustellen, darunter auch das »Threat Management Gateway«, kurz TMG genannt. Die Produktunterstützung sollte allerdings noch einige Jahre weiterlaufen, sodass für die Kunden ausreichend Zeit blieb, sich in Ruhe nach einer neuen Lösung umzusehen. Nun, da im April zumindest der Mainstream Support endete, ist das Thema plötzlich wieder auf die Agenda vieler Firmen gerückt.

Der Extended Support für TMG läuft zwar noch bis 2020, trotzdem ist die Gelegenheit für Systemhäuser günstig, bei ihren Kunden in Diskussionen über eine Forefront-Ablöse einzusteigen – nicht zuletzt, weil die Microsoft-Systeme nicht mehr weiterentwickelt werden und darum »nicht mehr den aktuellen Anforderungen im Bereich der IT-Sicherheit entsprechen können«, wie Dariush Ansari erklärt. Der Vertriebsleiter von Network Box hat beobachtet, dass vor allem Mittelständler noch auf TMG setzen, weil sie viele Microsoft-Dienste wie Active Directory, Exchange und Office Communicator nutzen und das Zusammenspiel gut klappt. Ähnlich sieht das Helmut Nohr, Director Channel bei Sophos. Überraschend viele Unternehmen hätten die Microsoft-Lösung noch in Betrieb, hat er festgestellt, dementsprechend steige die Nachfrage nach Ablösemöglichkeiten. Hier gelte es anzusetzen, denn »die Erfahrung mit anderen Herstellern zeigt, dass die Qualität der Unterstützung bei abgekündigten Produkten sehr schnell sinkt, weil Produktspezialisten das Unternehmen verlassen.«

Weniger optimistisch betrachtet dagegen Martin Träger, Sales Director beim Systemhaus MTI, das Thema. Seiner Meinung nach haben sich die Kunden mit dem Support-Ende abgefunden und nutzen TMG einfach ohne Support weiter oder haben sich längst nach Alternativen umgesehen.

Wo Forefront noch im Einsatz ist, sollte die Ablöse dem Kunden als Chance schmackhaft gemacht und nicht als Problem diskutiert werden. Es gelte, den Mehrwert eines Wechsels hervorzuheben, rät Helmut Nohr. Das können bessere Schutzfunktionen oder eine einfachere Verwaltung bei der neuen Lösung sein. Dariush Ansari sieht zudem die Möglichkeit, Kunden das Thema IT-Security nicht nur als Produkt, sondern als umfassende Dienstleistung nahezubringen. »Es bietet sich für Unternehmen die Gelegenheit, bestehende Regelwerke zu hinterfragen und das Sicherheitskonzept auf den neusten Stand zu bringen. Dazu kann auch gehören, IT-Sicherheit als Infrastrukturservice zu erkennen und einen spezialisierten Dienstleister damit zu beauftragen.«

Neben der Auswahl einer passenden Firewall-Lösung, die ähnlich flexibel einsetzbar wie TMG ist und ähnlich viele Funktionen bietet, liegt die Herausforderung bei der Ablöse vor allem in der Integration in ein jahrelang gewachsenes System und der Übernahme bestehender Regelwerke. »Zudem sollten Möglichkeiten vorhanden sein, Dienste im Netzwerk zu konsolidieren oder sinnvolle Verzahnungen zu realisieren. Der falsche Weg ist auf jeden Fall ein Kompromiss bei der Sicherheit der Systeme«, sagt Sophos-Vertriebschef Nohr.