CRN-Interview mit Mario Kempe von Baramundi: »Wer langfristig bestehen will, kann Security nicht aussparen«

Im Interview spricht Mario Kempe, Partnermanager bei Baramundi, über die Risiken ungesicherter Mobilgeräte. Er ist davon überzeugt, dass sich auch Händler, Systemhäuser oder Dienstleister, die nicht aus dem Security-Bereich kommen, für Mobile Security aufstellen müssen.

Mario Kempe, Partnermanager bei Baramundi
(Foto: Baramundi)

CRN: Herr Kempe, in fast allen Firmen sind mittlerweile Mobilgeräte zu finden, doch deren Absicherung wird oft nicht ernst genommen. Welche Risiken gehen von ungeschützten Mobilgeräten aus?

Mario Kempe: Werden von Mitarbeitern Mobilgeräte eingesetzt, die nicht der Kontrolle der IT-Abteilung unterliegen, dann ist das vergleichbar mit einem offenen Fenster, wenn man in Urlaub fährt. Man lädt Kriminelle förmlich ein. Unterstehen Mobilgeräte nicht der Kontrolle der IT-Abteilung, kann es passieren, dass die Firmware nicht aktuell ist, gefährliche Apps genutzt werden oder das Gerät keinen Passwortschutz hat. Für die Sicherheit der Unternehmens-IT ist das eine Katastrophe. Angenommen der Mitarbeiter ruft über sein mobiles Gerät E-Mails ab. Dann vergisst er im Café sein Smartphone. Der Finder kann nun – da keine Zugriffssperre vorhanden ist – auf geschäftliche Mails, Kontakte und auch Dokumentenanhänge zugreifen.

CRN: Also stellt auch der Anwender ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko dar?

Kempe: Viele Anwender verfügen nicht über umfassende Kenntnisse, wie man ein Mobilgerät managen muss, um es rundum abzusichern. Das darf auch nicht der Anspruch der Unternehmen sein. Stattdessen sind die IT-Abteilungen in der Pflicht aufzurüsten und mit entsprechenden Enterprise Mobility Management-Lösungen die Konfiguration und Absicherung der Mobilgeräte zu garantieren.

CRN: Und warum tun sich viele Firmen damit so schwer?

Kempe: Mobile Security bedeutet häufig auch, dass Anwender gewisse Einschränkungen bei Tablet, Smartphone und Co. hinnehmen müssen. Das ist sicherlich einer der Gründe, warum manche Firmen zögern, hier flächendeckende Standards einzuführen.

Allgemein ist das Bewusstsein für diese verhältnismäßig neuen Gefahren erst in den letzten Jahren in den Unternehmen gereift. Wir stellen jedoch vermehrt Anfragen zu dem Thema Mobile Security fest, weil immer mehr IT-Verantwortliche die Gefahren erkennen und nachrüsten wollen, um neben den klassischen Clients auch Mobilgeräte zu verwalten.

CRN: Wie kann der Channel helfen?

Kempe: Die Anforderungen der Unternehmen wachsen stetig. Das Ziel für den Channel muss zukünftig sein, ganzheitliche Managementansätze anzubieten. Erstrebenswert sind in Zukunft nicht mehr Einzellösungen, sondern Werkzeuge, die einen hohen gesamtheitlichen Deckungsgrad bieten. Damit lässt sich dann eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie umsetzen, individuell auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt.

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