Milliardenübernahme: Atos will Gemalto kaufen

Der IT-Dienstleister Atos will Gemalto für 4,3 Milliarden Euro übernehmen. Das niederländische Unternehmen ist nicht nur einer der größten Hersteller von Chipkarten, sondern besitzt auch ein umfangreiches Security-Portfolio.

Atos-Firmensitz in Bezons, Frankreich

Der französische IT-Dienstleister Atos möchte den niederländischen Chipkartenhersteller und Sicherheitsspezialisten Gemalto übernehmen. Bereits am 28. November wurde dessen Board über das geplante Angebot informiert, das am Montag öffentlich gemacht wurde. Es beträgt 46 Euro pro Aktie, ein Aufschlag von 42 Prozent auf den Schlusskurs vergangener Woche, und hätte damit ein Volumen von 4,3 Milliarden Euro. Das Gemalto-Board hat nun bis zum 15. Dezember Zeit, das Angebot zu prüfen und eine Empfehlung auszusprechen.

Mit Gemalto könnte Atos sein Geschäft deutlich stärken, passen die Sicherheits- und Payment-Lösungen sowie die Lösungen für IoT und M2M-Kommunikation doch gut ins Portfolio des IT-Dienstleisters. Der hat zudem Erfahrung mit der Integration neuer Unternehmensbereiche: Ende 2010 übernahm er die Siemens Informations Systems mit 33.000 Mitarbeitern, 2014 folgte Bull mit 9.300 und 2015 Xerox IT mit 9.600 Mitarbeitern.

Gemalto hat 15.000 Mitarbeiter und ist in 48 Ländern aktiv. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro und einen Gewinn von 453 Millionen Euro erwirtschaftet. Man habe die Entwicklung von Gemalto mit Interesse verfolgt und die globale Präsenz des Herstellers, seine starke Kundenbasis und sein großes Portfolio bewundert, sagte Atos-CEO Thierry Breton. »Wir glauben, dass die Kombination von Atos und Gemalto unsere Führungsposition in Cybersecurity, digitalen Technologien und Services vergrößert und unsere Position als führender europäischer Payment Services Provider stärkt.«