Online-Shopping auf fremde Rechnung: Anklage gegen Datendieb

Ein 26-Jähriger hat Daten in großem Stil aus dem Netz abgefangen. Die illegal erlangten Daten hat er für Online-Bestellungen benutzt oder verkauft - jetzt wurde Anklage erhoben.

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Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat Anklage gegen einen 26-Jährigen unter anderem wegen des Ausspähens und Abfangens von Daten in großem Stil erhoben. Dem Mann werden mehr als 1.000 strafbare Handlungen zur Last gelegt, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Der 26-Jährige soll zum einen in mehreren hundert Fällen bundesweit sogenannte Phishing-Mails verschickt haben, die an Nachrichten von Anbietern wie Amazon oder Paypal erinnerten. Die Empfänger wurden darin aufgefordert, über einen Link Daten zur Kreditkarte oder für das Online-Banking anzugeben.

Zudem soll der mutmaßliche Betrüger über Internetprogramme gezielt Internetadressen nach Sicherheitslücken abgesucht haben - auf diese Weise sei er an nahezu drei Millionen Kundendatensätze gelangt. Allein die erlangten Daten zu Payback-Accounts haben nach Justizangaben einen Wert von knapp 400.000 Euro. Ein geringer Teil der Datensätze wurde für einen »mittleren vierstelligen« Eurobetrag verkauft, hieß es.

Die illegal erlangten Daten soll der 26-Jährige auch für Online-Bestellungen genutzt haben - in mehr als 400 Fällen für Tickets bei der Deutschen Bahn, zudem für Essensbestellungen und dem Kauf von Gutscheinen und Waren bei Firmen. Zudem hat der Mann vermutlich bei mehr als 100 Payback-Kundenkonten die vorhandenen Punkte im Wert eines ‎mittleren vierstelligen Betrugs eingelöst. Insgesamt entstand ein Gesamtschaden von rund 60.000 Euro. Der Angeklagte sitzt seit Februar in Untersuchungshaft, Anklage wurde Ende Juni erhoben. Ende Oktober soll die Hauptverhandlung am Landgericht Leipzig beginnen.