Tausende von Mini-Computern unter fremder Kontrolle: Blackout im Stromnetz durch Hacker denkbar

Eigentlich sollte das intelligentes Stromnetz (Smart-Grid) nur dessen Stabilität und Effizienz verbessern. Schwachstellen in den Komponenten machen es aber zu einem Angriffsziel für Hacker, oder sogar Terroristen.

Strom sparen ist an für sich nicht schlechtes. Dazu trägt auch der Ansatz eines intelligenten Stromnetzes (Smart-Grid) bei. Dadurch soll dieses stabiler und effizienter laufen. Ein zentrales Element sind kleine Mess- und Steuerungsstationen. Sie sind eigentlich Mini-Computer mit Messsensoren und Kommunikationsfunktionen. Doch dabei könnte es sich bei den Komponenten aber um digitale Zeitbomben handeln. Nach einem Bericht von CNN haben Sicherheitsexperten von Ioactive festgestellt, dass sich die Mini-Computer hacken lassen. Das gilt auch für andere Elemente im Smard-Grid-Kommunikations-System. Ist ein Hacker einmal in das System eingedrungen, kann er etwa parallel Tausende der Geräte abschalten. Manipulationen könnten sich am Ende bis zu einem Blackout des Stromnetzes auswirken.

Der Ansatz für ein intelligentes Stromnetz (Smart-Grid) in den USA macht dieses für Hacker angreifbar. (Foto: pixelio.de, Manfred Schimmel)

In den USA haben die Energieversorger dieses Smart-Grid-Konzept aufgegriffen und setzen es um. Derzeit werden in den USA Millionen dieser Elemente im Rahmen der ersten Phase installiert. Ein Grund dafür ist sicher, dass Präsident Obama diese Technologie im Rahmen seines High-Tech-Programms sehr stark fördert.

Für ihre Angriffe benötigten die Ioactive-Experten lediglich Material im Wert von 500 Dollar und entsprechendes Wissen für Elektronik und Software-Entwicklung. Bei einer erfolgreichen Attacke können Hacker auch den Bedarf an Strom drastisch erhöhen oder verringern. Dies wiederum bringt eventuell die lokale Stromversorgung aus dem Gleichgewicht und führt dort zu einem Blackout. Nach Meinung von Experten wirkt sich dies auf andere Bereiche es Stromnetzes aus: Der Blackout dehnt sich aus. Wie weit, weiß niemand.

Derzeit dauert die Diskussion wohl noch an, wie damit umgegangen werden soll. Unklar ist auch, ob sich die Schwachstellen ohne einen Austausch von Smart-Grid-Komponenten lösen lassen. Brisant ist diese Entdeckung auch deshalb, weil dies ein ideales Ziel für Terroristen ist, um die USA anzugreifen.