Nach Weitergabe Passwörter möglichst schnell wieder ändern: Studie: Passwörter sind bei vielen kein Geheimnis

Sehr unkritisch gehen viele Deutsche mit ihren Passwörtern um. In einer Bitkom-Umfrage geben rund 40 Prozent das Geheimwort an andere weiter. Diese fungieren quasi als Backup. Besser sind Passwort-Safes.

Sich aus seiner Wohnung auszusperren, kann unangehm und teuer werden. Deshalb geben viele einen Ersatzschlüssel an eine für sie vertrauenswürdige Person weiter. Im digitalen Leben ist dies nicht anders. In Forsa-Umfrage im Auftrag von Bitkom geben 37 Prozent ihre persönlichen Passwörter für PCs oder Internet-Seiten weiter. So viel Vertrauen ist zwar schön, aber nicht so gedacht. Wird der Haustürschlüssel zurückgegeben, wenn der Urlaub vorbei ist, kommt der andere nicht mehr hinein. Bei Passwörtern ist dies leider nicht so.

In einer Bitkom-Umfrage geben 37 Prozent ihr Passwort an andere weiter.

»In Einzelfällen kann eine zeitlich begrenzte Weitergabe des Passworts an vertrauenswürdige Personen wie für Wartungsprozesse, notwendig sein«, Prof. Dieter Kempf, Präsidiumsmitglied bei Bitkom. Es sei aber gut, dann das bisherige Passwort gegen ein neues auszutauschen. »Grundsätzlich empfehlen wir größtmögliche Zurückhaltung.«

Auch am Arbeitsplatz ist das Vertrauen groß. So ist es hier jeder Dritte der Geheimwörter an andere Personen weitergibt. Je vertrauter das Gegenüber ist, desto mehr sind bereit, ihnen ihr Passwort anzuvertrauen. Beim Lebenspartner sind es 27 Prozent, bei engen Verwandten noch 9 Prozent und bei Freunden sowie Bekannten drei Prozent.

Anstatt an Personen ein Passwort weiterzugeben, empfiehlt Kempf den Einsatz von Passwort-Safes. Diese speichern dann die Passwörter. Zudem erstellen sie auch die Geheimwörter. Diese sind dann deutlich komplizierter, als sie Nutzer selbst verwenden würde. Praktisch ist auch, dass sie den Anwender dann automatisch etwa an einer Website anmelden.

Merken muss sich der Nutzer dann nur den Zugangscode zum Passwort-Safe. Vergisst er diesen, wird es allerdings schwierig.

An der repräsentativen Umfrage haben 1003 zufällig ausgewählte deutschsprachige Personen per Telefon teilgenommen. Bei der beruflichen Frage wurden nur Erwerbstätige berücksichtigt, insgesamt 413.