Sichere Nutzung von Cloud Storage: Dokumente in der Wolke verschließen

Die Software SafeGuard Enterprise 6.0 hat Sophos jetzt vorgestellt. Damit erweitert der Hersteller seine Verschlüsselungslösung auch auf Cloud Storage.

Sophos will die Cloud-Nutzung sicherer machen (Foto: z576 - Fotolia.com).

Im Rahmen des ganzheitlichen Sicherheitskonzepts Complete Security bietet der Hersteller neue Funktionen. So können Unternehmen Daten schützen, die bei Cloud-Anbietern wie z. B. Dropbox gespeichert sind. Der mobile Zugriff darauf ist mit der App SafeGuard Portable auch von Drittgeräten, iPhones und Android-Smartphones aus möglich. Das Modul SafeGuard File Share erlaubt die compliance-konforme Verschlüsselung von Dateien und Verzeichnissen auf beliebigen Netzlaufwerken, der Speicherort ist dabei gleichgültig.

Die von Cloud Storage-Anbietern genutzte Verschlüsselung umfasst zum Teil nur die Datenübertragung per SSL in die Cloud. In anderen Fällen speichern sie die Daten zwar verschlüsselt auf ihren Servern, den Schlüssel für ihre Lesbarkeit behalten sie aber selbst, so dass sie jederzeit im Klartext auf die Daten zugreifen können. Angesichts der vielen IT-Attacken auf Unternehmen ist das sichere Key-Management bei Cloud Storage-Providern oft unbefriedigend. Das neue Modul SafeGuard Cloud Storage setzt genau da an, indem es Dateien nach der Bearbeitung und vor der Übertragung in die Cloud verschlüsselt. Dabei werden die Aktivitäten der lokalen Sync-App – also dort, wo zum Beispiel Dropbox die Daten lokal speichert – analysiert und alle Dateien in diesem Verzeichnis automatisch verschlüsselt. In die Cloud werden so ausschließlich verschlüsselte Daten übertragen – ein manuelles Verschlüsseln für jede einzelne Datei ist nicht notwendig.

Auch über Cloud Storage hinaus setzt der Hersteller auf die lokale Verschlüsselung: Das neue Modul SafeGuard File Share verschlüsselt Dateien nicht mehr auf dem Server, sondern dort, wo sie entstehen und bearbeitet werden – egal ob das auf Netzlaufwerken, Wechselmedien oder Endgeräten der Fall ist. Die client-basierte Verschlüsselung befreit den Server von zusätzlicher Last, wodurch die Performance stark gesteigert wird.

Durch die Dateien-Verschlüsselung soll im Rahmen der Compliance-Anforderungen insbesondere auch der IT-Server-Administrator selbst geschützt sein. Niemand kann ihm mehr unterstellen, Datenmissbrauch zu betreiben, da er ja keine Dateninhalte mehr lesen kann. Dies gilt ebenso für alle Mitarbeiter und Abteilungen, die mit sensiblen Dateien umgehen, wie die Forschungs- oder HR-Abteilungen. Nur Mitarbeiter bestimmter authorisierter Gruppen haben einen Zugangsschlüssel und dürfen Dateien im Klartext lesen. Diese authorisierten Gruppen sind dokumentiert und die Nutzung der Daten wird protokolliert. Somit wird auch dem Datenmissbrauch durch interne Personen ein Riegel vorgeschoben.

Der Zugriff auf verschlüsselte, in der Cloud gespeicherte Dateien ist aber nicht nur auf PCs oder Notebooks beschränkt. Mit der App SafeGuard Portable ermöglicht Sophos auch iPhones, iPads und Android-basierten Geräten die Entschlüsselung solcher Daten. Nach ihrer Bearbeitung auf dem Gerät werden die Dokumente lokal wieder verschlüsselt und können so sicher im Cloud Storage abgelegt werden. Die Verschlüsslung erfolgt nach Bedarf und unabhängig von der Plattform, den Endgeräten oder der installierten Software. Auch die Kollaboration mit externen Dritten, einer der Hauptvorteile von Cloud Computing, bleibt beim Einsatz von SafeGuard Portable gewahrt. SafeGuard Enterprise 6.0 soll zudem die Einbindung von Macs in das Unternehmensnetz verbessern, da sich die Verschlüsselung auch in gemischten Umgebungen aus Mac- und Windows-Rechnern zentral verwalten lässt. Eine zentrale Konsole bietet alle Übersichts- und Recovery-Funktionen. Darüber hinaus hat Sophos eigenen Angaben zufolge die Performance weiter verbessert, indem SafeGuard Enterprise eine Schnittstelle der Intel-Chipsätze für die Unterstützung der AES-Verschlüsselung ausnutzt. Da die Verschlüsselung im Prozessor selbst erfolgt, läuft sie laut Hersteller 20 bis 30 Prozent schneller ab. SafeGuard Enterprise 6.0 soll ab März 2012 zur Verfügung stehen; der Preis ist noch nicht bekannt.