Leistungsschub und Solarkick: So sehen Rechenzentren der Zukunft aus

Experten sind sich sicher: In den kommenden Jahren werden sich Rechenzentren in ihrer bisher bekannten Form stark verändern. Das zeigt eine aktuelle Studie von Emerson Network Power.

Die Nutzung von Cloud-Diensten wird in den Rechenzentren der nahen Zukunft stark zunehmen, so eine aktuelle Studie (Foto: © Oleksiy Mark - Fotolia.com).

Das Unternehmen hat für die Studie »Rechenzentrum 2025« rund 800 Rechenzentrumsspezialisten aus aller Welt befragt. Die Ergebnisse bestätigen die erwartete Zunahme bei der Nutzung von Cloud-Diensten und zeigen neue Entwicklungen auf wie beispielsweise größtenteils mit Solarenergie betriebene Rechenzentren mit enormen Leistungsdichten. Nach Einschätzung der Experten wird

die Leistungsdichte im Rechenzentrum bis 2025 durchschnittlich auf 52 kW pro Rack steigen wird. Laut der von Emerson unterstützten Data Center Users’ Group verharrt die durchschnittliche Leistungsdichte seit knapp zehn Jahren im Bereich von maximal 6 kW. Diese Dichte soll sich künftig laut Expertenmeinung deutlich erhöhen und damit einen tief greifenden Wandel in der physischen Umgebung von Rechenzentren bewirken.

Zudem gehen die IT-Spezialisten gehen davon aus, dass zwei Drittel der Rechenvorgänge in Rechenzentren im Jahr 2025 über Cloud-Dienste abgewickelt werden. Laut dem globalen Cloud-Index von Cisco entfallen derzeit 46 Prozent der Arbeitslast von Rechenzentren auf Cloud-Dienste. Bis 2017 soll dieser Anteil auf 63 Prozent ansteigen.

Tiefgreifende Veränderungen wird es bei der Stromversorgung von Rechenzentren geben, davon sind die Befragten überzeugt. Ihrer Einschätzung nach werden Rechenzentren künftig über einen Energiemix mit Strom versorgt. Die Solarenergie wird dabei führend sein, gefolgt von einem jeweils etwa gleich großen Anteil an Kern-, Erdgas- und Windenergie. 65 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der Strom für Hyperscale-Anlagen von privaten Energieerzeugern bezogen werden wird.

43 Prozent der Experten erwarten zudem, dass Rechenzentren selbstständig Fehler beheben und Optimierungsschritte durchführen können. Insgesamt sind 72 Prozent der Experten der Ansicht, dass bis 2025 in einem gewissen Umfang DCIM-Lösungen (Data Center Infrastructure Management) eingesetzt werden. Das ist eine deutlich höhere Einschätzung als bisher angenommen. 72 Prozent der befragten Experten vertreten darüber hinaus die Ansicht, dass die Auslastung von IT-Ressourcen im Jahr 2025 mindestens bei 60 Prozent liegen wird. Die durchschnittliche Prognose liegt bei 70 Prozent. Schätzungen zufolge beträgt die durchschnittliche Auslastungsquote derzeit gerade einmal sechs bis zwölf Prozent, wobei ein idealer Wert zwischen 30 und 50 Prozent liegt.