Konkurrenz für Googles Project Ara: Puzzlephone – Smartphone zum Selbermachen

Google arbeitet derzeit schon an einem modularen Smartphone. Jetzt wollen auch die Finnen von Circular Devices ein Handy mit der Möglichkeit zur Eigenkonfiguration veröffentlichen.

Das Puzzlephone soll in verschiedenen Ausführungen kommen
(Foto: Circular Devices)

Mit dem »Puzzlephone« bringen die Finnen von Circular Devices ein eigenes modulares Smartphone auf den Markt. Damit tritt der Hersteller unter anderem in Konkurrenz zu Googles Project Ara, das sich ebenfalls ein Gerät Marke Eigenbau zum Ziel setzt. Wo Googles Variante aber auf eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten und Einzelkomponenten setzt, stellt Circular Devices drei variable Module zur Verfügung. Im sogenannten »Spine« befinden sich das Display, der Rahmen, Lautsprecher, Mikrofon sowie die Bedienelemente. »The Heart« hält hauptsächlich den Akku, während »The Brain« die wichtigsten elektronischen Bausteine wie den Prozessor sowie die Kamera beherbergt. Heart und Brain, die beiden kleineren Module, sind von Plastik umschlossen und werden auf der Rückseite der Hauptmoduls eingeschoben.

Circular Devices will das Puzzlephone als Open Source- und Distributions-Plattform verstanden wissen. Derzeit entwickelt das Unternehmen das modulare Smartphone mit Referenz-Hardware und einem Adroid-Fork als Betriebssystem. Zukünftig sollen jedoch Drittanbieter die entsprechenden Komponenten liefern und auch andere Betriebssysteme seien denkbar. Ideal wäre laut den Entwicklern ein OS mit einem hundertprozentig offenen Code, um sowohl »Geräte für die Massen, aber auch für Nischen« entwickeln zu können.

Bisher nennt Circular Devices noch keine weiteren Spezifikationen des Puzzlephones. Lediglich das Veröffentlichungsdatum setzt der Hersteller für das kommende Jahr fest und bis 2020 will das Unternehmen nach eigenen Aussagen die »Wertschöpfungskette der Consumer Electronics revolutionieren.«

Neben der Möglichkeit, Smartphones frei zu konfigurieren, sollen modulare Devices besonders die Lebenszeit der Geräte erhöhen. Wie Circular Devices schreibt, haben LCD-Displays eine Lebenszeit von rund zehn Jahren – Akkus hingegen nur von drei Jahren. Zusätzlich ist die Technik gerade in der schnelllebigen Smartphone-Welt rasch überholt. Modulare Geräte könnten für ein paar Jahre mehr auf dem Buckel des eigenen Handys sorgen und so nicht zuletzt die Umwelt schonen.