HP-Aufspaltung in Deutschland beginnt im August 2015: HP macht Ernst mit dem Split

HP befindet sich bei der Aufspaltung des Unternehmens auf der Zielgeraden. In Deutschland werden Hewlett-Packard Enterprise und HP Inc. schon ab August 2015 getrennt Geschäfte abwickeln.

Jochen Erlach wird die neue HP Inc. in Deutschland leiten
(Foto: HP)

Hewlett-Packard befindet sich bei der laufenden Aufteilung des Unternehmens bereits auf der Zielgeraden. Der Stichtag für die rechtliche Trennung des Gesamtkonzerns in Hewlett-Packard Enterprise und HP Inc. ist zwar erst der 1. November 2015. In Deutschland werden die beiden neuen Organisationen aber schon ab dem 1. August 2015 bereit sein, Geschäfte abzuwickeln, berichtet Jochen Erlach, Geschäftsführer und Vice President Printing & Personal Systems HP Deutschland, der die künftige HP Inc. Deutschland leiten wird. Bis zum 1. August würde auch die räumliche Trennung der beiden Organsiationen vollzogen. Systeme, Prozesse und Operations Teams wären auf die neuen Unternehmensstrukturen vorbereitet.

Die Zuständigkeit des HP Vertriebs soll bis zum Ende des Geschäftsjahres unverändert bleiben, erläutert Erlach. Aber auch danach erwartet er keine Probleme für die Kunden und Partner. Bestehende Kunden- und Partnerbeziehungen blieben erhalten – wo immer das möglich sei. Im Projektgeschäft gebe es bereits jetzt nur wenige Überlappungen. Projekte mit Produkten aus beiden Zuständigkeitsbereichen würden weniger als 20 Prozent ausmachen.

In der Distribution hätten einige Partner die Aufsplittung bereits vollzogen, weil sie ohnehin schon Teams für Value- und Volume-Produkte aufgestellt hätten, so Erlach. Die verbleibenden Distributoren würden selbst entscheiden, wie sie die Trennung umsetzen.

Die beiden neuen Unternehmen seien auch annähernd gleich stark, betont Erlach im Gespräch mit CRN. Der künftige HP Inc.-Chef tritt damit Branchenspekulationen entgegen, HP würde den Split nutzen, um das margenschwache Client-Geschäft abzuspalten. Weltweit würden derzeit beide Organisationen annährend gleich viel zum Konzernumsatz beisteuern. In Deutschland sei die Verteilung nicht viel anders. Bei der Mitarbeiterzahl liegt die künftige Enterprise Organsiation allerdings wegen des personalintensiven Projekt- und Beratungsgeschäfts mit 80 zu 20 deutlich vorne. »Objektiv sind beide Unternehmen gleich stark«, so Erlach.