Valve verbannt Linux-Gaming-PCs in die zweite Reihe: Steam Machines vor dem Aus

Nach nur knapp drei Jahren verdichten sich die Zeichen, dass Valve seine Steam Machines schon bald beerdigen wird. Trotz einiger guter Ansätze konnten sich die Mini-Gaming-PCs fürs Wohnzimmer bei den Kunden nie richtig durchsetzen.

Aufgrund der sehr schwachen Nachfrage hat Valve die Steam Machines in die zweite Reihe verschoben
(Foto: Alienware)

Als der Softwareanbieter Valve 2013 erstmals seine Idee der nach seiner Online-Spieleplattform benannten Steam Machines ankündigte, sorgte das Unternehmen damit noch für ein gehöriges Raunen in der Gaming-Welt. Die Mini-Rechner mit eigenem SteamOS-Linux sollten das Spielerlebnis ins Wohnzimmer holen und damit gleichzeitig in Konkurrenz zu klassischen Gaming-PCs und Konsolen treten. Gerade zu Zeiten des wenig beliebten Windows 8 keimte damit zudem die Hoffnung auf, dass künftig mehr Spieleentwickler auf Linux setzen oder es zumindest unterstützen würden. Doch schon der Start verlief äußerst holprig, mehrfach musste die Vorstellung der ersten Steam Machines verschoben werden, bevor 2015 dann letztendlich der allgemeine Verkauf beginnen konnte. Nur knapp drei Jahre später könnte jetzt allerdings bald schon wieder Schluss sein. Heimlich, still und leise hat Valve die Steam Machines im Store von ihrer prominenten Platzierung in der Hauptnavigationsleiste entfernt.

Valve betont in einem Blogeintrag dazu, dass der Verkauf weitergehen soll und man auch weiterhin intensiv daran arbeiten werde, eine attraktive Gaming-Plattform auf Open-Source-Basis zu etablieren: »Obwohl es richtig ist, dass uns die Steam Machines nicht gerade aus den Händen gerissen werden, haben sich unsere Gründe für das Streben nach einer wettbewerbsfähigen und offenen Gaming-Plattform nicht wesentlich geändert. Wir arbeiten immer noch hart daran, Linux-Betriebssysteme zu einem großartigen Ort für Spiele und Anwendungen zu machen.« Dabei will man sich vor allem auf die offene API-Schnittstelle Vulkan für plattformübergreifende Anwendungen mit Schwerpunkt auf 2D- und 3D-Grafik konzentrieren.

Dass die Steam Machines noch den großen Durchbruch schaffen könnten, erscheint jedoch selbst Valve inzwischen wohl unwahrscheinlich. Analysten gehen davon aus, dass bis heute weltweit weniger als eine halbe Million Steam Machines abgesetzt werden konnte. Während die unter anderem von Alienware stammende Hardware in vielen Tests überzeugen konnte, ist und bleibt das Problem der Steam Machines vor allem die Software. Trotz aller Beteuerungen ist bis heute nur ein Bruchteil der mehr als 20.000 Titel auf Steam überhaupt mit den Steam Machines alleine vernünftig spielbar. Hinzu kommt, dass Microsoft in Windows 10 zahlreiche Schwachstellen beim Gaming abgestellt und dafür eigene Features für das Streamen von Spielen integriert hat.