Schlachtfeld Internet: Wenn Hersteller zu Online-Händlern werden

Für Adidas, Lego und Co. wird der eigene Online-Shop als Verkaufskanal immer wichtiger. Doch längst nicht alle Markenhersteller trauen sich, im Internet wirklich aggressiv um Kunden zu werben - zum Leidwesen der Verbraucher.

Breites Angebot als Vorteil des Handels

Wie aggressiv die Hersteller um Kunden für den eigenen Online-Shop werben, hängt nicht zuletzt von der Branche ab, in der sie unterwegs sind. »Die eigenen Online-Shops sind für die Hersteller besonders in den Branchen wichtig, in denen die stationären Händler zunehmend von Online-Anbietern verdrängt werden - etwa im Spielwarenhandel«, betont Hudetz. Hier gehe es darum, den Draht zum Kunden nicht zu verlieren und in Zukunft nicht völlig von den großen Online-Händlern wie Amazon abhängig zu sein.

Wie das geht, zeigt etwa Lego: Der dänische Spielwarenhersteller verspricht in seiner offiziellen »Lego Shop Garantie« den Kunden offensiv das »weltweit größte Lego Sortiment« und lockt sie mit der Aussicht, »vor allen anderen exklusive und seltene Sets« entdecken zu können. Playmobil umwirbt die Kunden in seinem Online-Shop mit Sonderangeboten und einem Ersatzteilservice.

»Der Handel muss sich daran gewöhnen, dass die Hersteller ihre Produkte auch selber im Internet verkaufen«, ist der Handelsexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU überzeugt. Doch hält er das Umsatzpotenzial in den meisten Fällen für begrenzt. »Die meisten Verbraucher werden auch in Zukunft bei Amazon und Co. einkaufen - aus Gewohnheit und weil es bequemer ist, als alle Hersteller einzeln abzuklappern.«

Auch Hudetz ist überzeugt: »Wirklich Sinn macht ein eigener Online-Shop nur für sehr starke Marken. Davon gibt es in Deutschland vielleicht ein paar Dutzend.«

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