Werkstatt statt Müll: Das Comeback der Reparaturen

Kaputter Fernseher, defekte Waschmaschine: Früher war das ein Fall für die Werkstatt oder den eigenen Schraubenzieher. Heute kaufen Viele einfach ein neues Gerät. Weil deshalb Umwelt und Unternehmen leiden, kämpfen Handwerker und Initiativen für ein Umdenken.

(Foto: Stéphane Bidouze - AdobeStock)

Für Hobby-Schrauber war ein Röhrenfernseher einst ein schöner Zeitvertreib. Das große Gehäuse ließ sich schnell öffnen, die Technik im Inneren leicht durchschauen. Defekte Teile waren rasch ersetzt. Wer sich nicht selbst getraut hat, brachte das Gerät zur nächsten Werkstatt. Doch bei heutigen Handys, Laptops oder eben Fernsehern dürfte die Meisten schnell der Mut verlassen. Sie haben Glück, wenn es überhaupt noch Schrauben zum Öffnen der Geräte gibt.

Die zunehmende Komplexität moderner Elektro-Artikel ist auch für Profis ein Problem, wenngleich aus anderen Gründen: »Für moderne Fernseher gibt es einfach keine Ersatzteile mehr«, sagt Ugur Türkoglu. »Und wenn, dann sind sie sehr teuer.« Türkoglu ist Sprecher des Internetportals Vangerow in Reutlingen. Es vernetzt freie Werkstätten miteinander und ermöglicht Kunden die Suche danach.

Türkoglus Vorwurf richtet sich an die Hersteller, die es den Werkstätten immer schwerer machten, erschwingliche Ersatzteile zu erhalten. Das mache die Reparatur so teuer, dass sie sich kaum noch lohne. Die spezialisierten Werkstätten kämen deshalb mit Fernsehreparaturen allein heute kaum noch über die Runden, sagt Türkoglu. Seine persönliche Schätzung: »Heute gibt es gefühlt vielleicht noch 10 oder 20 Prozent der Fernseh-Reparaturwerkstätten, die es vor zehn Jahren gab.«

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