IFA-Chef Jens Heithecker im CRN-Interview: »Der Verlust der Cebit tut uns allen nicht gut.«

Die IFA 2019 ist trotz erweiterter Ausstellungsflächen 2019 erneut voll ausgebucht. Wie sich die Berliner CE-Show im schwierigen Messegeschäft seit vielen Jahren so erfolgreich behaupten kann, erläutert IFA-Chef Jens Heithecker im CRN-Interview.

Jens Heithecker, Executive Vice President Messe Berlin Group, IFA Executive Director
(Foto: Messe_Berlin)

CRN:Seit vielen Jahren platzt die IFA aus allen Nähten und hat sukzessive die Flächen erweitert und zusätzliche Locations geschaffen. Ist dieses Jahr ausreichend Platz für alle Interessenten oder müssen Sie erneut über Erweiterungen nachdenken?

Jens Heithecker: In der Tat erfreute sich die IFA in den letzten Jahren einer stark gestiegenen Nachfrage, so dass wir trotz wiederholter Flächenerweiterungen nicht alle Wünsche erfüllen konnten. In diesem Jahr nehmen wir den HUB 27, unsere neue Kongress- und Messehalle, in den Regelbetrieb und erhalten so weitere 10.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche wie auch zusätzliche Konferenzräume. Auf letztere haben wir 2019 den Schwerpunkt gelegt, so dass wir endlich unseren Ausstellern mehr Raum für Konferenzen und Meetings zur Verfügung stellen können. In der Konsequenz erwarten wir damit eine stabile Ausstellungsfläche bei Entspannung auf dem Gelände.

CRN: Die Messelandschaft ist seit Jahren in Bewegung. Etablierte Formate verlieren an Zuspruch, neue setzen sich durch. Die IFA gehört zu den Gewinnern und verzeichnet seit vielen Jahren stetiges Wachstum. Worauf begründet dieser Erfolg? Spielen der IFA die Marktveränderungen in die Karten oder haben Sie im Vergleich zu Mitbewerbern einfach mehr richtig und weniger falsch gemacht?

Heithecker: Aufwind im Markt ist natürlich hilfreich. Der Erfolg beruht aber vor allem schlicht auf einem den Marktbedürfnissen entsprechenden langfristigen Konzept und der engen Verzahnung mit unserer Trägerorganisation, der gfu. Wir sind an entscheidenden Stellen in der Vergangenheit nicht kurzfristigen Hypes gefolgt. Nach der IFA 2001 sahen wir das TV-Gerät nicht tot – wir waren sogar der Meinung, dass anstatt des damals viel beschworenen PCs das TV-Gerät das multimediale Zentrum des Konsumenten wird, wenn man über größere Displays spricht und sahen hier die CE-Industrie mit ihrer ausdifferenzierten Handels- und Servicestruktur in der Pole-Position.

2006 haben wir uns auf den jährlichen Handelsrhythmus und insbesondere auf das Saisongeschäft ausgerichtet. 2008 sahen wir mit der Integration der Hausgeräteindustrie, dass hier das Herzstück der Vernetzung entsteht und gleichzeitig wir nur so dem überwiegenden Handelsportfolio folgen. Mit der Implementierung von »SHIFT automotive« und »IFA Next« haben wir bewiesen, dass wir die Konzeption der IFA permanent in Frage stellen und weiterentwickeln. Dies war nur ein Ausschnitt der jüngeren Geschichte. Und ja, offensichtlich haben wir mehr richtig als falsch gemacht.