CRN Ausgabe 15/2014: Internet of Everything

Das Internet der Dinge krempelt die Industrie von Grund auf um. Chancen ergeben sich für Systemhäuser und die Distribution.

Das Titelblatt der CRN 15/2014

Editorial

Die Industrie im 21. Jahrhundert wird als das Zeitalter der Vernetzung von Maschinen und Diensten in die Geschichtsbücher eingehen, in der die physische Welt der Dinge zunehmend mit dem Internet verbunden wird. M-2-M-Plattformen kommunizieren, koordinieren, kontrollieren und protokollieren weitgehend automatisiert. Sensorik, Vernetzung und intelligente Software setzen eine Industrierevolution in Gang, die vielleicht sogar visionäre Kräfte freisetzt: Wäre es nicht phantastisch, könnten Menschen jederzeit und überall Mobilität als Service genießen? Per Smartphone ein Auto buchen und losfahren, statt das Fahrzeuge zu besitzen, das meist nur ungenutzt am Firmenparkplatz stehen. M-2-M ermöglicht solche und viele neue Geschäftsmodelle, und die Technologie hat allemal das Potenzial zu grundlegenden arbeitsökonomischen Veränderungen. Vielleicht kann sie sogar das kollektive Bewusstsein erweitern und eine mentale Bereitschaft zum Verzicht auf das liebste Statussymbol der Deutschen, das Auto, in Gang setzen.

Wer Architekt dieser neuen vernetzten Industrie sein will, muss sich mit solchen Zukunftstechnologien befassen. Bezeichnenderweise sind es die Industrie-Unternehmen selbst, die sich auf neue Geschäftsfelder des M-2-M-Zeitalters fokussieren. Mehr als 500 Internet-Spezialisten forschen und entwickeln diesbezüglich bei Bosch in Immenstaad am Bodensee. Für die Tochtergesellschaft Bosch Software Innovations ist das Schlagwort Industrie 4.0 keine Zukunftsmusik mehr, das Software- und Systemhaus des Bosch-Konzerns hat bereits Branchen identifiziert, die vom Internet der Dinge und der digitalen Transformation ihrer Business-Prozessen profitieren werden.

Klassische Systemhäuser und im Übrigen auch die Mehrwert-Distribution stehen erst am Anfang einer Diskussion, welche Aufgaben und Geschäftsfelder sie im Zeitalter der Maschinen-Vernetzung für sich sehen. Der kommende Kongress von Tech Data Ende September setzt in diese Richtung ein wichtiges und richtiges Zeichen.

Martin Fryba

CRN-Chefredakteur