Gastkommentar: Gedankensteuerung: Ich denke, die IT tut

Waerables sind nur der Anfang. Die Menschen wünschen sich eine weitergehende Verschmelzung ihrer Fähigkeiten mit Technologie - bis hin zur Gedankensteuerung. Doch was bedeutet das für die Infrastruktur und unseren Alltag, fragt sich Perry Correll, Principal Technologist bei Xirrus.

Perry Correll, Principal Technologist bei Xirrus
(Foto: Xirrus)

Die erste Welle bei der Einführung von Wearables ist noch nicht beendet, da prophezeien Forscher schon die nächste Stufe der Nutzung persönlicher Geräte: die Steuerung mit der Kraft der Gedanken! Was zunächst nach der Idee eines verrückten Forschers klingt, ist tatsächlich das, was sich Verbraucher wünschen. Eine vom IEEE durchgeführte Umfrage ergab, dass in zehn Jahren Technologie zur Steuerung durch Gedankenkraft ganz oben auf der Wunschliste der Verbraucher stehen wird. Die Befragten gaben an, dass sie sich nach der Fähigkeit sehnten, allein mit der Kraft ihrer Gedanken, Türen zu schließen und zu öffnen, Anwendungen zu steuern sowie das Licht ein- und auszuschalten.

Auch wenn Gedankensteuerung in großem Stil noch lange auf sich warten lassen wird, bewegt sich die moderne Gesellschaft bereits in diese Richtung. Ein schwedisches Start-up implantiert beispielsweise RFID-Chips in die Hände von Mitarbeitern, um bei deren Betreten des Gebäudes ihre Identität zu prüfen und ihnen Zugang zu anderen Diensten zu gewähren. Die massenhafte Verbreitung intelligenter, vernetzter Geräte ist Ausdruck einer allgegenwärtigen »Erweiterung des Selbst« im Alltag. Sie deutet darauf hin, dass wir Dinge tun wollen, die über unsere physischen Fähigkeiten hinausgehen.

Wachsendes Vertrauen in Wearables und zunehmende Abhängigkeit von diesen sorgen bereits heute für eine Verschmelzung von Technologie und menschlichen Fähigkeiten. Mit unseren Gehirnwellen Anweisungen zu geben, würde eine Integration mit Technologie markieren, die räumliche Grenzen überwindet.

Doch was bedeutet das für die Infrastruktur um uns herum? Fast alle Wearables greifen auf WLAN zurück. Diese Technologie muss den unerbittlich steigenden Bedarf an Kapazität und Leistung erfüllen. WLAN ist bereits heute ein Werkzeug, das zur Erledigung unserer täglichen Aufgaben und zur Erweiterung unserer physischen Peripherie unerlässlich ist. Es dürfte eine noch wichtigere Funktion einnehmen, je mehr die Grenze zwischen dem Mensch selbst und seinem Besitz weiter verwischt.

Allerdings sollten wir Gedankensteuerung nicht nur unter dem Aspekt betrachten, was technisch möglich ist, sondern auch, was der Wunsch nach Gedankensteuerung philosophisch und sozialpsychologisch bedeutet.