»Metro« und »Ceconomy«: Aktionäre stimmen Metro-Aufspaltung zu

Die Metro-Aktionäre haben der von Olaf Koch initiierten Aufspaltung zugestimmt. Mit der Aufteilung will der Konzern Wachstum und Agilität seiner einzelnen Sparten steigern.

Bis Mitte des Jahres wird sich der Metro-Konzern in zwei selbstständige Gesellschaften aufspalten. Am Montag haben die Anteilseigner des Handelskonzern mit großer Mehrheit für die entsprechenden Pläne von Metro-Chef Olaf Koch gestimmt. Während die Lebensmittelsparte mit den Metro-Großhandelsfilialen und den Real-Supermärkten nach der Aufspaltung unter »Metro« firmieren sollen, bilden die Elektronikhändler unter Media-Saturn die neue Gesellschaft »Ceconomy« unter Führung des jetzigen Media-Saturn-Chefs Pieter Haas (CRN berichtete). Von der Aufspaltung sind rund 230.000 Mitarbeiter betroffen. Insgesamt stimmten 99,95 Prozent des bei der Versammlung anwesenden Kapitals für die Aufspaltung, notwendig wären 75 Prozent gewesen.

Von der Aufspaltung verspricht sich die Konzernführung eine größere Agilität und bessere Wachstumschancen für die einzelnen Sparten. Während Metro im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Erlös von rund 22 Milliarden Euro erwirtschaftete, sollen die zwei neuen Gesellschaften künftig rund 37 Milliarden Euro Umsatz generieren. Gleichzeitig steigt Ceconomy ins Geschäft mit Online-Werbung ein. Dafür wurde bereits eine eigene Tochter gegründet, die auch mit anonymisierten Daten von Media-Saturn-Kunden Kasse machen soll (CRN berichtete).

Gleichzeitig könnte Olaf Koch den jahrelang schwelenden Konflikt mit Media Markt-Gründer Erich Kellerhals für sich entscheiden, unter dem auch immer das Großhandelsgeschäft von Metro gelitten hatte. Noch immer hält die Kellerhals-Familie knapp 22 Prozent an Media-Saturn und machte in der Vergangenheit oft von ihrem Veto-Recht Gebrauch, wenn es um strategische Entscheidungen bei Media-Saturn ging. Wie Kellerhals auf die nun abgesegnete Aufspaltung reagiert, ist aktuell unklar. Laut dem Manager-Magazin soll er bereits eine Anfechtungsklage vorbereitet haben. Doch auch eine gütliche Einigung ist denkbar. Erst im Januar sollen die Konfliktparteien nach Informationen des Magazins noch ihre Positionen ausgetauscht haben.