GfK-Konsumklimastudie: Konjunkturerwartung auf Zwei-Jahres-Hoch

Die deutschen Verbraucher rechnen mit steigenden Einkommen und guter Konjunktur. Daher bleiben sie einkaufsfreudig; das Konsumklima befindet sich im Aufwärtstrend.

Mit den steigenden Temperaturen kann auch das Konsumklima in Deutschland noch einmal zulegen – auf 10,2 Punkte, wie aus der aktuellen Konsumklimastudie der GfK hervorgeht. Damit bleiben die deutschen Verbraucher weiter optimistisch und eine verlässliche Stütze für die Konjunktur.

Der GfK zufolge stieg die Konjunkturerwartung im Mai zum dritten Mal in Folge und erreichte dank einem Plus von 4,3 Zählern mit 34,8 Punkten den höchsten Stand seit zwei Jahren. Zuletzt waren die Aussichten im Mai 2015 besser gewesen. Selbst Risiken wie der wirtschaftspolitische Kurs der USA und der anstehende Brexit lassen den deutschen Konjunkturmotor aktuell nicht stottern. Das zeigt sich auch am Brutto-Inlandsprodukt, das laut Statistischem Bundesamt im ersten Quartal 2016 um 0,6 Prozent zulegte und die beiden guten Vorquartale noch einmal übertreffen konnte.

Gestützt werden die guten Konjunkturaussichten durch eine weiter steigende Einkommenserwartung. Diese erreicht mit einem Wachstum von einem auf 58,5 Punkte den höchsten Wert seit fast einem Jahr. Vor allem die nach wie vor exzellente Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt nährt laut GfK diesen Optimismus, denn die Zahl der Erwerbslosen ging im April auf knapp 2,6 Millionen zurück. Die Angst vor Jobverlust sei nach wie vor sehr gering und damit die Planungssicherheit entsprechend groß.

Zwar kann die Anschaffungsneigung nicht von der guten Stimmung profitieren. Dennoch bleibt sie laut den Marktforschern trotz einem Minus von 4,5 Zählern mit 55,7 Punkten auf einem »im historischen Vergleich hohen Wert«. Bei der GfK geht man daher davon aus, dass das Konsumklima sich weiter gut entwickelt und prognostiziert für den Juni einen Anstieg auf 10,4 Punkte. Das stütze auch die Prognose vom Jahresbeginn, nach welcher der private Konsum in Deutschland in diesem Jahr um etwa 1,5 Prozent steigen werde, so die GfK.

Risiken sehen die Marktforscher vor allem in protektionistischen Tendenzen in den USA. Sollten die Exporte durch Handelsschranken beziehungsweise höhere Zölle für Deutschland erschwert werden, warnen sie, könnte dies dazu führen, dass vor allem Beschäftigte in stark exportorientierten Unternehmen wieder stärker um ihren Job fürchten. Die Folge wäre eine größere Zurückhaltung bei Anschaffungen und ein sich verschlechterndes Konsumklima.