Stiftung Warentest gegen Google: Vorwurf: Google löscht schlampig

Die Stiftung Warentest erhebt Vorwürfe gegen die Löschpraktiken bei Google. Zwar entfernt der Konzern direkte Links zu diffamierenden Inhalten aus seinen Suchergebnissen, dafür wird auf eine Archivseite verwiesen, auf der sowohl die Inhalte als auch Name und Anschrift der Beschwerdeführer auftauchen.

Google hält sich nicht an Zusagen

Die Stiftung Warentest beantragte daraufhin bei Google, 24 Links zu Artikeln mit unwahren Behauptungen und Beleidigungen im Gerlachreport zu löschen. Google sagte die Löschung per E-Mail zu und entfernte die Links auch aus der Google-Suche. Allerdings verwies der Konzern unter den gelöschten Links auf die ­Seite »Lumendatabase.org«, unter der die beanstandeten Artikel-Links weiter auffindbar sind. Gibt man diese Links in der Adresszeile des Browsers ein, ist man schnell wieder bei den verleumderischen Texten.

Laut Google handelt es sich bei Lumendatabase um eine Datenbank, die »Transparenz bezüglich der Google-Suchergebnisse ermöglichen« soll. Das Projekt wird vom Berkman Klein Center for Internet & Society at Harvard University betrieben und soll nach eigener Aussage die Löschung von Inhalten aus dem Internet dokumentieren. Tatsächlich scheint hier also der Grundgedanke zu sein, Transparenz zu schaffen und etwaige Zensur unmöglich zu machen. Allerdings hat die Sache auch einen Haken: Nicht nur die Links auf die problematischen Veröffentlichungen sind auf Lumendatabase zu finden, sondern auch die Namen oder gar die Adressen der jeweiligen Beschwerdeführer. Hier steht also der Wunsch der Transparenz genau dem deutschen Recht und vor allem den Persönlichkeitsrechten derjenigen gegenüber, welche die Löschung angestoßen haben.

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