Der nächste digitale Geldbeutel: Apple Pay kommt nach Deutschland

Nur wenige Bundesbürger zahlen bislang mit ihrem Smartphone an der Ladenkasse. Nun drängen US-Techkonzerne auf den Markt: Nach dem Start von Google Pay folgt Apple mit seinem Zahldienst. Aber überzeugt das die Deutschen?

Künstlich eingeschränkte NFC-Nutzung

(Foto: vectorfusionart-Fotolia)

Bei Apple Pay können ein iPhone oder eine Computer-Uhr von Apple die EC- oder Kreditkarte ersetzen. Zum Bezahlen hält man die Geräte im Geschäft an das Terminal. Die Kassentechnik muss dafür kontaktloses Bezahlen per NFC-Funk unterstützen - ein großer Teil der Terminals in Deutschland wurde bereits umgerüstet. Zudem kann man mit Apple Pay auch bei Online-Käufen sowie in Apps bezahlen.

Auf dem iPhone kann bisher nur Apple Pay auf den NFC-Chip des Geräts zugreifen, der für das kontaktlose Bezahlen benötigt wird. Damit müssen sich die Banken bei ihren eigenen Angeboten auf Geräte mit dem Google-System Android beschränken oder für iPhone-Nutzer auf weniger bequeme Lösungen wie Strichcodes auf dem Bildschirm ausweichen.

Über den Start von Apple Pay in Deutschland wurde lange spekuliert, der Dienst ist in Frankreich oder Spanien bereits verbreitet. Damit kommt der Markt hierzulande in Bewegung. Denn heimische Banken wollen dem Angriff der US-Techriesen nicht tatenlos zusehen. Sie fürchten, Zahlungsströme und Kunden an die Amerikaner zu verlieren.

So haben die Sparkassen am Montag ihr eigenes Smartphone-Zahlsystem über mehr als 300 regionale Häuser eingeführt. Bis Jahresende sollen alle rund 390 Institute der Gruppe dabei sein. Kundendaten blieben bei der Sparkasse und würden nicht an Dritte weitergegeben, betonte Sparkassenverband DSGV. Und ab Mitte August wollen rund 85 Prozent der Volks- und Raiffeisenbanken ihren Kunden das mobile Bezahlen per Smartphone ermöglichen. Die übrigen Institute sollen bis 2019 folgen, erklärte der Genossenschaftsverband BVR.

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