Erwartung vs. Realität: Cloud-Migrationen langwieriger und teurer als gedacht

Viele Unternehmen unterschätzen laut einer Umfrage von Rackspace die Kosten und die Komplexität eines Wechsels in die Cloud. Die meisten sind schon mehr als zwei Jahre mit Migrationen beschäftigt.

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Hohe Agilität und geringe Kosten sind die wichtigsten Ziele, die Unternehmen mit der Cloud verbinden. Die Erwartungshaltung ist hoch. Für 80 Prozent der Unternehmensleiter, die von Forrester im Auftrag von Rackspace befragt wurden, ist die Migration in Public oder Private Clouds ein »entscheidendes« oder »sehr bedeutendes« Projekt in den kommenden zwölf Monaten. Allerdings seien sich die meisten Unternehmen der damit einhergehenden Herausforderungen nicht bewusst, konstatiert Jens Puhle, Sales Director Deutschland bei Rackspace.

So haben der Umfrage zufolge bislang nur 28 Prozent der Unternehmen Cloud-Infrastrukturen umfassend in ihre Umgebungen integriert. 71 Prozent sind dagegen schon länger als zwei Jahre mit Migrationen beschäftigt. Drei Viertel von ihnen müssen einräumen, ihnen fehlten intern notwendige Kenntnisse, mehr als die Hälfte sieht das Fehlen einer richtigen Strategie als Problem. Rückblickend betrachtet wünschen sich viele Firmen, sie hätten externe Dienstleister hinzugezogen oder Cloud-Experten eingestellt.

Vor der Migration unterschätzen Unternehmen vor alle die Komplexität bei der Erfassung und Bereinigung von Datenbeständen (40 Prozent) und das Prozessmanagement in der Cloud (34 Prozent). Während und nach der Migration stellen sich mangelhafte Nutzerschulungen (77 Prozent) sowie interne Widerstände gegen die Cloud (44 Prozent), ein unzureichendes Change-Management (37 Prozent) und das Fehlen einer zielgerichteten Strategie (36 Prozent) als Herausforderung heraus.

Dies trägt dann auch dazu bei, dass die erhoffte Kostenreduktion lange ausbleibt. Bei 40 Prozent der Unternehmen fallen laut der Umfrage die Kosten für die Cloud-Migration auch nach einigen Jahren noch höher aus als erwartet. Ebenfalls 40 Prozent beklagen geringere Einsparungen bei der Konsolidierung oder Ablöse bestehender Systeme und Geschäftsanwendungen.

»Wenn es darum geht, neue Technologien einzuführen, handelt die heutige Unternehmergeneration immer schneller. Nur scheitern viele daran, die Anforderungen der Technologie richtig einzuschätzen und vor allem: die Grenzen des eigenen Unternehmens zu kennen«, sagt Puhle. »Wie immer, wenn Menschen, Prozesse und neue Technologien zusammenspielen sollen, entstehen Herausforderungen. Das gilt auch für den Einstieg in die Cloud.«