Deutsche zahlten 2018 erstmals mehr mit Karte: Kartenzahlung überholt Bargeld

Die Bundesbürger sind Bargeld-Liebhaber. In kaum einem anderen Land wird beim Bezahlen noch so oft zum Portemonnaie gegriffen wie in Deutschland. Doch eine neue Technik untergräbt derzeit die Begeisterung für Bares.

Kontaktloses Bezahlen als Türöffner

Einen wichtigen Grund für diese Entwicklung sieht der Leiter des Forschungsbereichs Zahlungssysteme beim EHI, Horst Rüter, im Siegeszug des kontaktlosen Bezahlens, bei dem die Karte nur noch kurz an den Bezahlterminal gehalten wird. »Das ist viel besser angenommen worden, als es selbst die Optimisten erwartet haben«, berichtete der Branchenkenner. Vor allem im Lebensmittelhandel und in Drogeriemärkten komme diese Art des Zahlens gut an. Denn der ganze Zahlungsvorgang dauere oft nur halb so lange wie bei der »normalen« Kartenzahlung, bei der die Karte ins Lesegerät hineingeschoben werden muss.

»Durch das kontaktlose Bezahlen werden mittlerweile auch viele kleinere Beträge mit der Karte bezahlt«, betonte Rüter. Außerdem könne die Technologie dahinter auch für Zahlungen mit dem Smartphone etwa durch Apple Pay, Google Pay oder Paypal genutzt werden. Bislang sei das Bezahlen mit dem Smartphone zwar noch ein »relativ zartes Pflänzchen«, meint der Experte. »Aber das kommt.«

Der Aufholbedarf ist allerdings auch beträchtlich. Der BCG-Studie zufolge lag Deutschland 2017 im Europavergleich bei den Kartenzahlungen pro Kopf auf dem 29. Platz von 33 untersuchten Ländern. Nur in Italien, Griechenland, Rumänien und Bulgarien wurden Giro- und Kreditkarten noch seltener eingesetzt als in der Bundesrepublik. Vorreiter beim bargeldlosen Bezahlen sind demnach die skandinavischen Länder - allen voran Norwegen. Doch auch Frankreich, Großbritannien, Russland und Polen liegen beim Thema Kartenzahlung weit vor Deutschland.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Rainer , 15:16 Uhr

Das ist auch meine Erfahrung dass seit der Einführung des kontaktlosen Bezahlens mit Banking-Karte dese Möglichkeit immer beliebter wird. Das Verfahren ist ja auch einfach, sicher und für den Verbraucher gut nachvollziehbar. Ganz anders sieht es da beim Bezahlen per Smartphone aus. Dass es dort bei den deutschen Verbrauchern noch grosse Zurückhaltung gibt kann ich absolut verstehen und würde sogar sagen dass diese Zurückhaltung beim derzeitigen Stand der Technik von Smartphones absolut berechtigt ist.