Digitale Zahlverfahren: Wechsel vom Bargeld zur Handy-Zahlung

Die Verbraucher in Deutschland rücken von ihrer einstigen Vorliebe für das Bargeld ab. Experten erwarten für die nächsten Jahre eine rasche Verbreitung digitaler Zahlverfahren.

(Foto: MediaMarktSaturn)

»Die Entwicklung ist am Anfang und wird sich stark beschleunigen«, sagt Bezahlexperte Ulrich Binnebößel, der beim Handelsverband HDE sowohl für Bargeld als auch für neue Zahlungssysteme zuständig ist.

Der Zahlungsdienstleister Wirecard geht davon aus, dass das Smartphone zum dominanten Zahlungsmittel werden wird: »Das ist der logische Weg«, sagt Susanne Steidl, die Produktchefin im Vorstand des Dax-Konzerns. »Das Mobiltelefon ist die Identifikation des Menschen.«

Zahlungen per Karte sind in Deutschland schon lange verbreitet, doch bei mobilen Bezahl-Apps waren die Bewohner der Bundesrepublik bislang zögerlich. In Deutschland nutzten 25 Prozent der Verbraucher mobile Zahlverfahren, in den Niederlanden dagegen bereits mehr als die Hälfte, heißt es in einer im März veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung PwC.

Doch das Bild ändert sich rapide. Die Daten der Bundesbank zeigen, dass die Verbraucher immer häufiger zu Karte oder Handy greifen: 2014 wurde in Deutschland 3,4 Milliarden Mal elektronisch bezahlt - sowohl an Kassen als auch bei Einkäufen im Internet und per Telefon. 2018 waren es bereits fast 5,3 Milliarden elektronische Bezahlvorgänge.