Uralt-Windows gefährdet Unternehmensnetzwerke: Ein Drittel aller Firmen nutzt noch XP-Clients

Während Microsoft und seine Partner die Kunden derzeit verstärkt auf das nahende Support-Ende von Windows 7 hinweisen, haben diese oft noch ein ganz anderes Problem: Bei mehr als 30 Prozent laufen auch noch PCs mit Windows XP.

Für den Channel ist das anstehende Support-Ende von Windows 7 und die damit einhergehende Migrationswelle derzeit eines der heißesten Themen und verheißt ein gutes Jahresendgeschäft. Denn auch wenn das aktuelle Windows 10 den beliebten Vorvorgänger inzwischen in der Nutzungsreichweite überholt hat, sehen die Statistiker wie Netmarketshare und Statcounter die Marktanteile von Windows 7 auf Desktops und Notebooks noch immer bei etwas über 30 Prozent. Der Sicherheitsanbieter Kaspersky geht sogar von davon aus, dass fast 40 Prozent der Kleinstunternehmen und knapp 50 Prozent der Mittelständler und Großunternehmen noch mit dem alten Betriebssystem arbeiten. Selbst unter den ITK-Profis die unsere Webseite crn.de mit einem PC nutzen, liegt der Anteil von Windows-7-Nutzern noch bei über 25 Prozent.

Sie alle sollten jedoch schleunigst einen Wechsel planen und gut vorbereiten. Denn andernfalls stehen sie ab dem 14. Januar 2020 entweder ohne den wichtigen Support da, bekommen also keine Patches für Sicherheitslücken mehr. Oder aber sie müssen extra für eine Verlängerung der Versorgung mit den wichtigen Updates bezahlen. Ähnlich wie vor fünf Jahren bei Windows XP gehen die Sicherheitsexperten davon aus, dass sich die Hacker schon eingehend auf dieses Datum vorbereiten und Angriffe auf die verbleibenden Nutzer, insbesondere in Unternehmen, planen. Kaspersky warnt deshalb gar vor einer »tickenden Cyber-Zeitbombe«.

Die gibt es jedoch auch noch an ganz anderer Stelle. Wie der amerikanische Netzwerkspezialist Spiceworks berichtet, ist in knapp einem Drittel aller Unternehmensnetzwerke auch noch mindestens ein Gerät mit Windows XP zu finden. Als schwächstes Glied in der Kette können diese Uralt-Kisten leicht zum Einfallstor für Malware, Erpressungstrojaner und andere Schädlinge sowie Angriffe werden, die fatale Folgen für das gesamte Unternehmensnetz haben können. Ein Grund mehr also für den Fachhandel, den Kunden sprichwörtlich auf die Füße zu treten und die anstehende Migration gleich für eine eingehende Inventur ihrer IT-Altlasten samt deren Austausch zu nutzen.

Kommentare (2) Alle Kommentare

Antwort von Karlheinz , 16:25 Uhr

Das Problem-Stichwort heisst: Abwärtskompatibilität. Bei der IBM (OS/2 Warp) war das üblich, aber Microsoft hat es noch nie für notwendig erachtet, bei neuen Versionen auch abwärtskompatibel zu sein. Und das sorgt immer wieder für Probleme.

Ich habe bei meinem Desktop versucht, ein Upgrade von Windows 7 auf Windows 10 vorzunehmen, es ist schiefgegangen. Auf eine komplette Neuinstallation habe ich keinen Bock, die Zeit bezahlt mir niemand.

Antwort von Peter Lüders , 13:37 Uhr

Man sollte in diese Erhebungen auch einmal aufnehmen, aus welchem Grund nichr wenige Windows-Nutzer (zumindest zum Teil) bei alten Versionen bleiben. Viel Hardware-Hersteller machen sich nicht die Mühe, für ihre Produkte neue Treiber zu schreiben. Z.B. Großformatdrucker haben eine erheblich längere Lebensdauer als eine Windows-Version. Ich werde dieses mehrere Tausend Euro teure Gerät nicht entsorgen, nur weil es keinen Windows 10 Treiber mehr gibt.