Gaming-as-a-Service: Sony eröffnet den Cloud-Preiskampf

Mit der drastischen Kürzung des Abo-Preises für Playstation Now will Sony seine Marktführerschaft im Cloud-Gaming zementieren und neuen Konkurrenten wie Google Stadia und Microsoft xCloud den Start erschweren.

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Einen Monat bevor Google seinen Cloud-Gaming-Dienst Stadia startet, setzt der bisherige Platzhirsch Sony jetzt ein Zeichen. Wie das Unternehmen mitteilt, kostet sein Spiele-Dienst Playstation Now ab sofort nur noch 9,99 Euro pro Monat (bisher 14,99 Euro) oder 59,99 Euro für das gesamte Jahr (bisher 99,99 Euro). Neu hinzu kommt die Option, ein Dreimonats-Abo für 24,99 Euro abzuschließen. Bereits bestehende Abonnements wurden laut Sony automatisch auf die neuen Tarife umgestellt. Um das Angebot noch weiter aufzuwerten, verspricht Sony zudem, die aktuell verfügbare Zahl an Spielen von über 650 Titeln weiter aufzustocken. Hinzu kommen außerdem noch besonders gefragte Premium-Titel, die jeweils für drei Monate im Playstation-Now-Abo nutzbar sind. Hier hat Sony mit »God of War«, »Grand Theft Auto V«, »inFAMOUS: Second Son« und »Uncharted 4: A Thief’s End« direkt vier Kracher ins Angebot aufgenommen, welche die Abonnenten noch bis 2. Januar zocken können.

Diese Verbesserung der Attraktivität bei gleichzeitiger Reduktion der Preise dürfte Playstation Now einen weiteren Sprung bei den Nutzerzahlen bescheren. Gleichzeitig kann sie als klare Kampfansage an die bald hinzukommende Konkurrenz, insbesondere den im November startenden Google-Dienst Stadia, verstanden werden. Derzeit gilt Sony mit einem Marktanteil von mehr als einem Drittel und einem jährlichen Wachstum um rund 40 Prozent als klarere Marktführer im Bereich-Cloud-Gaming. Diesen Vorsprung im wachstumsstarken Zukunftsmarkt will das Unternehmen absichern.

Der beginnende Wettstreit der Gaming-Dienste ist dabei nicht nur ein Kampf der Marken und Preise, sondern auch unterschiedlicher Nutzungsmodelle und Technologien. So setzt Sony etwa auf ein Art Flatrate-Modell nach dem Motto »All you can Play«, ähnlich einem Netflix für Spiele, das neben Konsolen- auch PC-Spieler anspricht. Die Konsolen-Nutzer können sich dabei aussuchen, ob sie die Spiele direkt von der Plattform nutzen oder herunterladen wollen. Auf PCs werden die Inhalte per Stream bereitgestellt. Dadurch können die Kunden aber auch exklusive Playstation-Titel auf ihrem Rechner spielen. Bei Googles Stadia als reinem Streaming-Deinst ist die Abo-Gebühr hingegen eher für die Bereitstellung der Hardware gedacht, wodurch ein hochwertiges Spielerlebnis auf fast jedem Endgerät versprochen wird. Die meisten attraktiven Spiele müssen dafür allerdings noch extra erworben werden.