IT-Firmen: Oracle und Sun: Oracle-Chef-Ellison: »Wir stellen ein, nicht aus«

Einen neuen Kurs hat Oracle-Chef Larry Ellison dem Unternehmen verordnet, inklusive der Neuerwerbung Sun Microsystems. Die Firma will nun Hard- und Software aus einer Hand anbieten. Zu diesem Zweck werden 2000 Entwickler und Vertriebsleute neu eingestellt.

In ein Unternehmen, welches das »Hardware-Geschäft ernst nimmt«, will Chief Executive Officer Larry Ellison den Software-Riesen Oracle verwandeln. Das gab der Manager im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt, auf der er die Strategie der Firma nach Genehmigung des Kaufs von Sun Microsystems erläuterte.

Will aus Oracle ein IT-Powerhouse machen: CEO Larry Ellison

Vor allem im Server-Geschäft will Oracle laut Ellison zulegen. Entgegen den Erwartungen wird er daher nicht die Axt an Suns Personaldecke anlegen, sondern im Gegenteil rund 2000 Entwickler und Vertriebsleute neu einstellen. »Wir werden Sun nicht durch Kürzungen profitabel machen«, so das Bekenntnis des Oracle-CEOs.

Damit vollzieht Ellison gewissermaßen einen Salto rückwärts: Noch vor drei Jahren hatte er geäußert, die Zukunft der IT, und damit auch von Oracle, liege in Software. Nun setzt er auf eine Kombination aus Hard- und Software sowie IT-Services.

Anwendungen und Hardware aus einer Hand

Das Unternehmen will künftig als »One-Stop-Shop« auftreten, das unter anderem Ausrüstung für Datacenter, wie Speichersysteme und Server, und die dazu gehörige Datenbank- und Anwendungssoftware liefert. Wie das genau aussehen soll, ließ Ellison noch offen, etwa im Rahmen von IT as a Service (ITaaS) oder Software as a Service (SaaS). Vermutlich wird Oracle beide Konzepte anbieten.

Fest steht, dass die Low-End-Server auf Basis von x86-Prozessoren keine Rolle im Produktportfolio mehr spielen werden. Oracle-Sun werde sich auf Hochleistungssysteme auf Basis von Suns »Sparc«-Prozessor konzentrieren.

Als Vorbild nannte Ellison Apple. Dieser Firma sei es gelungen, bei iPod und iPhone Hard- und Software in perfekter Manier miteinander zu verbinden. Nicht zu vergessen Online-Services wie iTunes und den App Store von Apple. Vergleichbares will der Oracle-Chef nun auch mithilfe von Sun im Bereich professionelle IT schaffen.

Mit diesem Ansatz sieht sich Ellison gegenüber Konkurrenten im Vorteil: »IBM hat keine Anwendungen, SAP keine Infrastruktur-Software und Microsoft keine Hardware.«

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