Neue Logistiksoftware für die Bundeswehr: SAP hält Panzer in Schwung

Als erster Verband im Heer nutzt die 1. Panzerdivision seit Anfang Februar das von SAP neu entwickelte Computerprogramm SASPF in der Logistik. Die Lösung bündelt über 1.000 bisher genutzte Einzellösungen in einem einzigen Programm- und Prozessablauf.

Übergabe des Staffelstabes an den Kommandeur der 13. Panzergrenadier-Division (Bild: Bundeswehr)

Die Bundeswehr rüstet auf – allerdings gibt es statt neuer Transportflugzeuge oder Luftabwehrsysteme diesmal eine neue Software. Auch die soll jedoch die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte, insbesondere logistisch, wesentlich effizienter werden lassen. Zum ersten Februar wurde dazu bei der 1. Panzerdivision am Standort Augustdorf die von SAP Software entwickelte Standard-Anwendungs-Software-Produkt-Familie (SASPF) eingeführt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie bündelt alles, was bisher von bis zu 1.000 verschiedenen Softwareprogrammen bewältigt werden musste, künftig zentral in einem einzigen Programm- und Prozessablauf. Die anwesenden Vertreter aus Politik, Militär und Wirtschaft zeigten sich von einer Demonstration im laufenden System begeistert und hoffen nun auf eine zeitliche wie finanzielle Optimierung vieler interner Vorgänge der Streitkräfte.

SASPF verringert nach Angaben der Bundeswehr vor allem nachhaltig den Koordinationsaufwand und setzt damit Ressourcen frei, die an anderer Stelle dringend benötigt werden. Damit ist für die Streitkräfte einhergehend mit dem Wandel ihrer Einsätze und Aufträge auch ein Ende der zahlreichen bisher eingesetzten Software-Insellösungen in Sicht, von denen viele untereinander nicht kompatibel waren. An 18 Standorten in 70 Dienststellen im Bereich der 1. Panzerdivision wurden rund 1.200 Nutzer auf das neue Informationssystem umgestellt. Damit verbunden war eine intensive Überprüfung und Erfassung der Datenbestände, die ebenfalls erfolgreich abgeschlossen wurde.

Durch die SASPF-Einführung wird der Wartungs- und Regenerationsaufwand wesentlich verringert und die Arbeitsabläufe können effizienter aufeinander abgestimmt werden. Langfristiges Ziel ist die »Instandsetzung auf Knopfdruck!«. Für Staatssekretär Rüdiger Wolf ist die neue Software ein Meilenstein auf dem Weg in die digitale Zukunft der Bundeswehr: »Mit dem Projekt SASPF wollen wir auch in der Bundeswehr einführen und nutzen, was in weiten Bereichen der Wirtschaft bereits die Bewährungsprobe bestanden hat«.