IT-Firmen: Sun / Oracle: Übernahme von Sun: US-Senatoren machen Druck auf EU

Eine Gruppe amerikanischer Senatoren drängt die EU-Kommission dazu, die Prüfung der Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle schneller als geplant abzuschließen. Die Begründung: die hohen Verluste von Sun.

Wie berichtet (siehe Verwandte Artikel unten), ist die Übernahme von Sun durch Oracle ins Stocken geraten, zumindest in der Europäischen Union. Die EU-Wettbewerbskommission prüft derzeit, ob Oracle durch den Kauf von Sun eine zu starke Position im Bereich Datenbank-Software erhält.

Bis zum 27. Januar 2010 will die EU eine Entscheidung treffen. Das ist für eine Gruppe von 59 US-Senatoren zu spät. Sie drängt die Kommission nun, das Prüfverfahren zu beschleunigen.

Die Begründung der Senatoren unter Führung von John Kerry, einem früheren Präsidentschaftskandidaten der Demokraten: Durch die Hängepartie erleide Sun einen inakzeptablen wirtschaftlichen Schaden. In der Tat haben sich Verluste von Sun nach Bekanntwerden des Kaufs durch Oracle für 7,6 Milliarden Dollar ausgeweitet.

Massive Verluste

Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2010 (Ende: 27. September 2009) wies Sun einen Verlust von 120 Millionen Dollar aus. Im gesamten Geschäftsjahr 2009 musste der Hersteller von Servern, Speichersystemen und Datenbank-Software ein Minus von 2,2 Milliarden Dollar hinnehmen.

Zu dieser Entwicklung hat mit Sicherheit die Verunsicherung von Kunden von Sun beigetragen. Solange unklar ist, welche Strategie Oracle nach Abschluss der Transaktion in Sachen Sun verfolgen wird, halten sich viele Anwender mit dem Kauf von Sun-Systemen zurück – zur Freude von Firmen wie Dell, IBM und Hewlett-Packard.

Die Senatoren argumentieren, dass Tausende von Arbeitsplätzen bei Sun auf dem Spiel stehen. »Wir bitten die Europäische Kommission mit allem Respekt, die Überprüfung der Transaktion so schnell wie möglich abzuschließen«, so die Senatoren in ihrem Brief an die EU.