Das Ende der Wachstumsphase ist erreicht: Neue Ära im Smartphone-Markt

Im weitgehend gesättigten europäischen Smartphone-Markt bahnt sich ein grundlegender Umbruch an. Apple und Samsung sind besonders stark vom Rückgang der Verkaufszahlen betroffen, die chinesischen Anbieter legen signifikant zu.

Technik: Dual-Sim, Octacore und Multi-Kameras

(Foto: Canalys)

Auf technischer Seite verzeichnet Canalys weiterhin einen Trend zu größeren Displays, mehr als die Hälfte der verkauften Geräte bietet inzwischen über 5,5 Zoll Bildschirmdiagonale. Anders als in der Vergangenheit wachsen damit einhergehend die Geräte selbst allerdings kaum noch merklich mit. Einerseits liegt das am Trend zu immer dünneren Gehäuserahmen sowie komplett randlosen Displays. Andererseits sorgt auch das neue Seitenverhältnis von 18:9, das sich immer mehr durchsetzt, für ein Anwachsen der Bildschirmdiagonalen auf gleichbleibendem Raum. In den ersten drei Monaten waren schon mehr als sieben Millionen Smartphones damit ausgestattet.

Neben immer schnelleren und zugleich sparsameren Prozessoren, bei denen vier bis acht Kerne bereits Standard sind, wächst auch der Arbeitsspeicher an. Über 80 Prozent der im ersten Quartal verkauften Smartphones hatten schon mehr als vier GByte RAM. Eine europäische Besonderheit ist die hohe Nachfrage nach Dual-SIM-Geräten. Ursprünglich vor allem von Nischenanbietern eingeführt, sehen sich bis auf Apple inzwischen auch die großen Anbieter gezwungen, immer mehr entsprechende Modelle auf den Markt zu bringen, sodass nun beinahe schon jedes zweite verkaufte Smartphone diese Möglichkeit bietet.

Mit dieser Entwicklung werden die Leistungsunterschiede immer geringer und der Preis zu einem immer wichtigeren Entscheidungskriterium für die Kunden. Selbst Apple, das noch immer von einer vergleichsweise großen Markentreue profitiert, muss daher seine Modellpalette nach unten erweitern und wird wohl im Herbst einen Nachfolger des iPhone SE vorstellen.

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